(rtn) Der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Svea T. aus Bargteheide muss neu aufgerollt werden, das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Grund: "Der BGH sieht einen Widerspruch zwischen der schriftlichen Begründung und dem Protokoll der Hauptverhandlung vor dem Lübecker Landgericht", sagte Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst auf Anfrage.

 

"Mit der jetzt gefällten Entscheidung des Bundesgerichtshofes wurde das Verfahren an das  Landgericht Lübeck zurückverwiesen. Allerdings muss jetzt  eine andere Strafkammer mit dem Fall betraut werden", erklärte die Oberstaatsanwältin. Ohne eine neue Verhandlung sei dieser Formfehler nicht aufzulösen.

Der BGH musste beurteilen, ob es im Prozess am Lübecker Landgericht Rechtsfehler gegeben hat. Es geht in einer Revision nicht um die tatsächlichen Umstände des Falles. Damit geht der Prozess in seine inzwischen dritte Runde. Nach einer Erkrankung des Verteidigers von Sven S. war der Prozess im Mai 2017 ausgesetzt worden, weil eine  Verhandlung laut Gesetz nicht länger als 21 Tage unterbrochen werden darf. Dies war durch die Erkrankung aber der Fall.

In der Neuauflage des Prozesses bekam der Angeklagte im November 2017 lebenslang. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der vorbestrafte Gerüstbauer und Bodybuilder Sven S. im August 2016 seine ehemalige Freundin Svea T. unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt und mit drei Schüssen aus einer illegal besessenen Schusswaffe getötet hat. Die Waffe hatte er auf seiner Flucht in einem Tümpel in Bargteheide entsorgt. Der Angeklagte habe die von der Frau ausgesprochene Trennung nicht akzeptieren wollen und somit aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch gehandelt, sagte der Richter zur Begründung. Bis zuletzt hatte der Angeklagte Sven S. versucht, das Gericht gegen alle Beweise davon zu überzeugen, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe.

 

Das Verbrechen und die Fahndung nach dem Täter hatten im August 2016 nicht nur in Bargteheide für Entsetzten gesorgt und auch bundesweit Schlagzeilen gemacht. Auf seiner Flucht wurde Sven S. von Zeugen auf einem Campingplatz - wenige Kilometer vom Tatort entfernt - erkannt. Ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei griff ihn schlafend und unbewaffnet in einem Transporter auf. Die Tatwaffe wurde Tage später bei einer Suchaktion in einem Tümpel nahe dem Bargteheider Schulzentrum von der Polizei gefunden. Der mutmaßliche Täter selbst hatte die Ermittler bei einem Ortstermin auf die Spur gebracht und diesen die Stelle gezeigt, an der er die Tatwaffe weggeworfen hat. Bei der Suchaktion hatten zunächst Feuerwehrleute der FF Bartgeide den Tümpel abgepumpt. Dann wurde der Schlamm von der Polizei akribisch durchsiebt, Eimer für Eimer. Das Gelände war dazu weiträumig abgesperrt. Bei der stundenlangen Arbeit fanden die Ermittler zunächst mehrere Patronen, und nach einer weiteren ausgedehnten Suche auch die Waffe.

Das Urteil des Bundesgerichtshofes wurde am 15. August gefällt und ging in der vergangenen Wochen beim Lübecker Landgericht ein. Ein Termin für den Prozess steht bisher noch nicht fest. Fest steht: Mit dem dritten Verfahren beginnt das Martyrium für die Eltern und Angehörige des Opfers erneut.



rtn media ID: 33191


Jan Bode - Umzug Transport Logistik
Nur für Redaktionen!

» Zugang registrieren | » Passwort vergessen

S + P Sonnenschutztechnik

Werbung:

Baufinanzierung:
Günstige Baufinanzierung online
oder mit Beratung vor Ort.
Baufi24 Baufinanzierung

Umzug:
Ihr Umzug in den besten Händen. Jetzt unverbindlich und kostenlos informieren.
Umzugsspedition Jan Bode

© 2009 - 2018 *rtn - radio tele nord TV- und Fotoagentur. Alle Rechte vorbehalten.