Kiel (rtn/ots) Es war der größte jemals in einem Ermittlungskomplex.durchgeführte Einsatz der schleswig-holsteinischen Landespolizei. Die Groß-Razzia vom Donnerstag richtete sich besonders gegen Mitglieder des seit Januar verbotenen Kieler Chapters der "Hells Angels".
„Wir ermitteln unter anderem wegen Körperverletzung, Menschenhandel, Waffenhandel und Korruption“, sagte ein Sprecher der Polizei. Gegen Rocker-Kriminalität verfolgt die Polizei im Norden seit Jahren eine „Null-Toleranz-Strategie“. In Schleswig-Holstein unterstützten auch Spezialkräfte aus Hamburg den Einsatz. Insgesamt durchsuchten 1200 Polizeibeamte der Landespolizei Schleswig-Holstein, mit Unterstützung anderer Länderpolizeien sowie über 60 Staatsanwälte ab 05.00 Uhr 87 Objekte in Kiel und Umland sowie je ein Objekt in Hamburg und Niedersachsen um die Sachverhalte aufzuklären. Zu den Polizeikräften zählten 400 Spezialeinsatzkräfte der Länder sowie die GSG 9 der Bundespolizei.
Anlässlich der durchgeführten Maßnahmen konnten zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt werden. Die Auswertung dauert an.
Bis heute, 15.00 Uhr, wurden 50 Prozent der Asservate erfasst.
Dazu zählen:
- 1 Gewehr
- 1 Maschinenpistole
- 7 Handfeuerwaffen
- Ca. 900 Patronen
- 25 Messer
- 3 Macheten
- 7 Notebooks
- 5 PC
- 29 Handys
Daneben wurden fünf Mitgliedern der Führungsspitze des verbotenen Hells Angels MC Charter Kiel festgenommen und aufgrund bestehender Haftbefehle den Ermittlungsrichtern des Amtsgerichts Kiel vorgeführt.
Die Landespolizei wird weiter einen Schwerpunkt in der Bekämpfung der organisierten Rockerkriminalität setzen.
Auf mögliche Gefahrenlagen in Kiel im Zusammenhang mit den durchgeführten Maßnahmen ist die Polizei mit starken Kräften eingestellt.