Ankettaktion in Gorleben – Alle sechs Tore blockiert

    70

    Gorleben (rtn) Atomkraftgegner der Widerstandsgruppe x-tausendmal quer blockierten heute im Rahmen der Aktion “gorleben365” alle sechs Tore des Erkundungsbergwerks in Gorleben. An jedem Tor waren ein bis zwei Personen so angekettet, dass ein Öffnen nicht mehr möglichwar. Der Schichtwechsel der Arbeiter im Bergwerk wurde  dadurch erheblich erschwert.

    Ab 12.25 Uhr am Mittag waren alle Zufahrtstore zum Erkundungsbergwerk Gorleben
    blockiert. Den Aktivisten von X-tausendmal quer gelang dies, indem sie sich zeitgleich an allen sechs Toren des Geländes festketteten. Rechtzeitig zum Schichtwechsel sind alle Fahrzeuge an der Ein- und Ausfahrt gehindert. Der Betrieb des geplanten Endlagers für
    hochradioaktiven Müll ist somit vollständig aus dem normalen Arbeitsrhythmus gebracht.

    „Ziviler Ungehorsam ist ein notwendiges Mittel, sich gegen bestehendes Unrecht einzusetzen. Dabei achten wir unsere Gegner und handeln nach den Prinzipien der Gewaltfreien Aktion“, betont die Unterstützerin JeannetteArndt, die neben einem angeketteten Aktivisten hockt.

    Dies ist die dritte gewaltfreie Blockade des Bergwerks innerhalb dieser Woche. Nach einer Geburtstagsblockade und einer Sitzung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg vor den Toren des Salzstocks sind heute AktivistInnen der Aktionsunterstützung von der Anti-Atom-Initiative X-tausendmal quer aktiv geworden.
    „Bei vielen anderen gewaltfreien Blockaden unterstützen wir die BlockiererInnen mit Strohsäcken, warmen Getränken oder Aufwärmzelten. Jetzt wechseln wir die Rollen und werden selbst zum Störfaktor“, so Vanessa Wipfler aus der Aktionsunterstützung.

    Die AktivistInnen fordern, dass die Erkundung des Salzstocks Gorleben als Endlager umgehend eingestellt wird, da dieser nachweislich für die Lagerung radioaktiven Materials nicht geeignet ist. Bisher gibt es weltweit kein Endlager. Deshalb ist die weitere Produktion von Atommüll unverantwortlich und die Stilllegung aller AKW der einzige Weg, aus diesem Dilemma herauszukommen.

    „Ich verschließe dieses Tor mit meinem Körper und riskiere meine körperliche Unversehrtheit, weil die Gefahren, die durch die Nutzung von Atomenergie für alle Menschen ausgeht, viel größer ist, als mein persönliches Risiko“, so einer der Blockadeteilnehmer.

    Im Rahmen der Kampagne „gorleben365“ sollen in den nächsten Wochen und Monaten weitere vielfältige und kreative Blockaden folgen. Eingeladen wird hierzu von der Initiative X-tausendmal quer – gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft sowie KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion.

    Quelle: Widerstandsgruppe x-tausendmal quer  – Fotos Andreas Conradt / PubliXviewinG