Barsbüttel: Träume gingen in Flammen auf

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    (rtn) Die Nachlöscharbeiten nach dem Großfeuer in Barbüttel dauerten bis weit nach Mitternacht lang an. Bis in die frühen Morgenstunden blieb eine Mannschaft der FF Barsbüttel mit einem Löschfahrzeug als Brandwache am Einsatzort zurück.

    Zwei mal mussten Einsatzkräfte aber noch bis in den Morgen des Dienstags, 23. März, ausrücken, weil es erneut zu kleineren Bränden im hinteren Bereich der Anlage kam. Die Polizei beschlagnahmte das Gelände.

    Davon betroffen sind insgesamt 119 Abteile der gesamten Anlage. Auch die unbeschädigten Abteile bleiben bis zur endgültigen Freigabe durch die Polizei gesperrt. Die Mieter sind in Sorge, befürchten weitere Schäden durch den Brandrauch innerhalb der Abteile. Sie hoffen jetzt, dass die Anlage bald wieder freigegeben wird.

    Für sie ist diese mehr als ein nur Lagerort. Die Self-Storage-Garagen in Barsbüttel waren vermietet an Autoliebhaber, Handwerker, Sammler. Nicht nur ideelle Werte gingen verloren, sondern auch teils wertvolle Oldtimer, unter anderem eine Harley Davidson im Wert von 40.000 Euro die bei dem Großfeuer vernichtet wurde.

    Die Nachricht vom Brand hatte sehr schnell die Runde gemacht und so waren einige der Garagenmieter sofort zum Brandort geeilt. Sascha Grünberg, ein gestandener Mann Anfang 40, muss mit den Tränen kämpfen: “Ich wollte immer einen BMW E30 Cabrio nach meinen Vorstellungen aufbauen. In Jugendtagen hat man das Geld nicht und wenn man älter wird, hat man es und steckt viel Herzblut rein. Dass man jetzt davorsteht und es ist weg – das tut weh.” Für ihn war es ein Lebensprojekt, das an diesem Abend in Flammen und Rauch aufging.

    Fünf Freiwillige Feuerwehren waren mit rund einhundert Rettungskräften seit Montagabend bei dem Großfeuer im Gewerbegebiet von Barsbüttel am Kiebitzhörn im Einsatz. Auch der Rettungsdienst stand zur Absicherung der Einsatzkäfte am Brandort bereit.

    Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Rettungsleitstelle IRLS Süd in Bad Oldesloe die Warn-App NINA ausgelöst. Anwohner im Bereich des Gewerbegebietes Kiebitzhörn und den Ortsteilen Willinghusen und Stemwarde wurde aufgefordert die Fenster und Türen geschlossen zu halten. In einem Lagerhallenkomplex gerieten insgesamt 15 Self-Storage-Garagen in Brand. Gegen Mitternacht hob die Leitstelle die Warnung wieder auf.

    Um 20.18 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, Anwohner hatten im Bereich Kiebitzhörn den Rauch und die Flammen entdeckt. Als die ersten Löschzüge kurz nach de Alarm am Brandort eintrafen, schlugen bereits hohe Flammen aus den verschlossen Garagen-Abteilen heraus. Zunächst wurde eine Wasserversorgung aufgebaut und eine Drehleiter in Stellung gebracht. Unter Atemschutz rückten mehrere Angriffstrupps von mehreren Seiten aus mit Wasser und Schaum gegen das Flammenmeer vor.

    Immer wieder gab es laute Eplosionsgeräusche, als Airbags auslösten und Reifen platzten. Möglicherweise sind dabei auch Gasflaschen detoniert. In den Garagen waren unter anderem auch mehrere Autos untergestellt. Im Verlauf des Einsatzes erhöhte die Einsatzleitung auf die Alarmstufe Feuer 3, dies unter anderem auch deshalb weil weitere Atemschutzgeräteträger zur Brandbekämpfung notwendig waren. Schließlich war neben den vier Barsbütteler Ortswehren auch die Freiwillige Feuerwehr aus Glinde eingesetzt.

    Die Brandbekämpfung dauerte bis weit nach Mitternacht an. Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt. Die Brandursache und die Höhe des Sachschadens sind noch nicht bekannt. Noch am Brandort nahmen die Brandermittler der Kriminalpolizei erste Ermittlungen auf und befragten Anwohner und Zeugen.

    Es war bereits das zweite Großfeuer in diesem Bereich. In der Nacht zum 26. Juli 2020 hatte ein Feuer ein rund 2000 Quadratmeter großes Firmengebäude im Gewerbegebiet von Barsbüttel zerstört. Über 200 Feuerwehrleute aus zwölf Freiwilligen Feuerwehren waren damals an der Brandstelle eingesetzt.

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