Behörden setzten Einsatz in Messie-Haus fort

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    Großhansdorf (rtn) Das Kreisveterinäramt, die Gemeinde Großhansdorf, der städtische Bauhof, die Polizei  und Mitarbeiter des Tierheimes Großhansdorf haben am Donnerstag den Einsatz in einem total vermüllten Einfamilienhaus an der Sieker Landstraße fortgesetzt.  Während des laufenden Einsatzes wurde den beiden 70 und 50 Jahre alten Bewohnerinnen das Betreten ihres Hauses von der Polizei untersagt und bei Störung der Maßnahmen ein Platzverweis angedroht.

    Zunächst hatte sich die Polizei durch Öffnung eines Fensters durch Mitarbeiter des Bauhofes mit einem Bolzenschneider Zugang zum Haus verschafft, nachdem die beiden Bewohnerinnen am Donnerstagmorgen auf Klingeln und Klopfen der Polizei nicht die Haustür geöffnet hatten.

    “Bis zum Donnerstagmittag waren insgesamt 105 Katzen von den Einsatzkräften aus dem Haus herausgeholt worden. Alle Tiere wurden auf mehrere Tierheime in Schleswig -Holstein und Hamburg verteilt”, sagte Gregor Tuscher von der Pressestelle des Kreises Stormarn. “Den beiden Frauen wurde vom Kreisveterinäramt ein Tierhaltungsverbot erteilt”.

    Gegen die beiden Bewohnerinnen sei eine Untersuchung des Amtsarztes nicht angeordnet worden, “ihr aktueller Zustand stellt keine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit dar und es liegt keine Eigengefährdung vor.”

    “Inzwischen hat die Gemeinde Großhansdorf den beiden Frauen ordnungsrechtlich das Betreten ihres Hauses aus Sicherheitsgründen untersagt”, sagte Bürgermeister Janhinnerk Voß, der sich gestern selbst ein Bild im vermüllten Haus gemacht hatte und dabei von einer Katze gebissen wurde. Danach war er sofort zur Begutachtung der Wunde in die Park-Klinik Manhagen gefahren und erhielt dort Antibiotika. “Zum Glück hat sich bis jetzt nichts entzündet, mir geht es gut.”

    Gleichzeitig bedankte sich der Bürgermeister bei den Einsatzkräften von Feuerwehr, Tierheim und dem Kreisveterinäramt Stormarn für die geleistete Arbeit in diesem doch sehr “anstrengenden und  äußerst emotionalen Einsatz.”

    Auch Landrat Dr. Henning Görtz lobte die gute Zusammenarbeit der einzelnen Fachdienststellen des Kreises und der eingesetzten Kräfte: “Ich stand im Kontakt mit der Einsatzstelle und dem Großhansdorfer Bürgermeister und war damit immer auf dem aktuellen Stand, vor allem auch im Sinne des Tierwohls.

    Wie es rechtlich mit den beiden Bewohnerinnen weitergeht ist derzeit noch nicht bekannt. Sie fanden bei Verwandten zunächst eine neue Bleibe.

    Die Gemeinde Großhansdorf versucht nun von den beiden Bewohnerinnen eine Abtretungserklärung für die Tiere zu bekommen, damit die Katzen von den Tierheimen weitervermittelt werden können. Für jede Katze fallen pro Tag zehn Euro Unterhaltskosten bei den Tierheimen an. Das sind 1050 Euro pro Tag.

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