Bilanz der Silvesternacht in Hamburg

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    (rtn/ots) Die Polizei Hamburg blickt auf eine im Vergleich sehr ruhige Silvesternacht zurück. Der weitaus größte Teil der Hamburgerinnen und Hamburger hielt sich an die pandemiebedingten Bestimmungen im Sinne der Eindämmungsverordnung. Zum Jahreswechsel zwischen 23:30 Uhr und 00:30 Uhr kam es in der gesamten Stadt vermehrt zum Abbrennen und Feuerwerkskörpern. Die Innenstadt, die Landungsbrücken und das Vergnügungsviertel rund um die Reeperbahn waren wie in den vergangenen Jahren beliebte Örtlichkeiten.

    Innenstadt / Binnenalster:

    In der Hamburger Innenstadt hielten sich in der Spitze bis zu 2.500 Personen
    auf, die sich größtenteils an die Vorgaben der Eindämmungsverordnung hielten.
    Vereinzelt wurden Gruppen festgestellt, die nicht den nötigen Abstand
    einhielten, alkoholische Getränke konsumierten oder pyrotechnische Gegenstände
    zündeten. Es wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und vereinzelt
    Feuerwerkskörper sichergestellt. Gegen 23:00 Uhr führte die Hamburger Polizei
    Lautsprecherdurchsagen durch, um die anwesenden Personen darauf hinzuweisen,
    dass kein offizielles Feuerwerk stattfinden wird. Es setzten daraufhin
    Abwanderungsbewegungen ein. Unmittelbar vor dem Jahreswechsel hielten sich
    kurzfristig 500 Personen zum Teil auf der Fahrbahn des Neuen Jungfernstieges auf
    und behinderten dadurch den Fahrzeugverkehr.

    Immer wieder stellte die Polizei im Bereich der Innenstadt Kleingruppen fest,
    die der sog. Querdenker-Szene zuzuordnen waren. Nachdem diese Personen sich
    nähernde Polizeikräfte erkannten, entfernten sie sich jeweils in
    unterschiedliche Richtungen. Einige der Personen konnten angetroffen werden,
    ihnen wurde die Rechtslage erläutert und es wurden Platzverweise gegen die
    Personen ausgesprochen.

    Landungsbrücken / Vergnügungsviertel St. Pauli:

    Im Bereich der Landungsbrücken und im Bereich des Vergnügungsviertels St. Pauli
    war über den Jahreswechsel in der Gesamtheit ein mäßiges bis durchschnittliches
    Besucheraufkommen festzustellen. Viele gastronomische Betriebe waren
    geschlossen. Die große Mehrheit hielt sich an die geltenden Bestimmungen.
    Insbesondere an den Landungsbrücken setzte frühzeitig eine starke Abwanderung
    der Besucher ein.

    Gegen 21:20 Uhr stoppten Polizeibeamte einen PKW, aus dem zuvor mit einer
    Schreckschusswaffe geschossen worden war. Der 17-jährige Beifahrer wurde in
    Gewahrsam genommen. Ein bei ihm aufgefundener Impfausweis wies zudem
    Fälschungsmerkmale auf. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er
    seinen Eltern übergeben.

    In der Reeperbahn musste um 23:20 Uhr ein Lokal polizeilich geschlossen werden,
    nachdem verschiedene Verstöße gegen die Eindämmungsverordnung festgestellt
    worden waren.

    Zum Jahreswechsel hielten sich vermehrt feiernde Personen auf der Reeperbahn
    zwischen Hein-Hoyer-Straße und dem Millerntorplatz auf, die unter anderem
    Feuerwerk zündeten. Durch eine Erhöhung der polizeilichen Präsenz beruhigte sich
    die Situation schnell wieder.

    Auch in anderen Stadtteilen kam es zu Einsätzen der Polizei Hamburg – dazu
    exemplarisch:

    – In vielen Stadtteilen wurden Feuerwerkskörper im öffentlichen
    Raum abgebrannt. Darüber hinaus wurden immer mal wieder auch
    Kleingruppen festgestellt, die sich nicht an die Mindestabstände
    gehalten haben oder die Höchstzahl von 10 Personen
    überschritten. Beim Eintreffen bzw. Einschreiten von
    Einsatzkräften wurde das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zumeist
    wieder eingestellt und Personengruppen lösten sich zügig auf. Wo
    erforderlich sind entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren
    eingeleitet worden.

    – Im Bereich der Bornheide in Hamburg-Osdorf meldete ein
    Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes ca. 50 Personen, die sich
    mit Schreckschusswaffen beschießen und mit Feuerwerkskörpern
    bewerfen sollten. Beim Eintreffen der Polizei flüchteten die
    Personen. Um eine weitere Zusammenkunft zu verhindern, erhöhte
    die Polizei die Präsenz.

    – Mehrfach kam es unter anderem in Zusammenhang mit der Meldung
    ruhestörenden Lärms zu einem Einschreiten in Privatwohnungen.
    Vereinzelt wurden nicht Corona konforme Zusammenkünfte
    aufgelöst. Größere Partys wurden dabei nicht festgestellt.

    – In mehreren Stadtteilen wurden Personen mit Schreckschusswaffen
    angetroffen. Zum Beispiel schoss im Stadtteil Rotherbaum ein
    Jugendlicher mit einer Schreckschusswaffe vom Balkon. Bei der
    Überprüfung der Wohnung konnten 16 Jugendliche angetroffen
    werden. Bei der Nachschau in der Wohnung wurden insgesamt zwei
    Schreckschusswaffen, 318 Platzpatronen, diverse
    Vogelschreckmunition, Feuerwerkskörper, 17 Beutel Marihuana
    sowie zwei Taschenmesser aufgefunden und sichergestellt.

    Im Schulterblatt in Hamburg-Sternschanze wurde eine Person gemeldet, die aus dem
    Fenster schoss. In der Wohnung fand eine Familienfeier statt, auch Kinder und
    Jugendliche waren anwesend. Ein 13-Jähriger öffnete der Polizei die Tür und
    hatte dabei eine Schreckschusswaffe in der Hand. Bei der Nachschau in der
    Wohnung wurden insgesamt vier Schreckschusswaffen inkl. Munition aufgefunden und
    sichergestellt.

    – Im Grevenweg in Hamburg-Hammerbrook musste eine Bar geschlossen
    werden, die trotz Sperrstunde noch geöffnet hatte. Der Türsteher
    weigerte sich zunächst die verschlossene Eingangstür zu öffnen.
    Aus der Bar war laute Musik zu hören. Im Innenraum hielten sich
    50 Personen auf. Der Inhaber verhielt sich aggressiv und
    unkooperativ, so dass er in Gewahrsam genommen werden musste.
    Die Gäste erhielten Platzverweise.

    – In Hamburg-Langenhorn verletzte sich ein 50-jähriger Mann beim
    Abschuss illegaler Feuerwerkskörper mittels einer selbstgebauten
    Sprengvorrichtung lebensgefährlich am Kopf.

    – In Hamburg-Bahrenfeld ist ein Feuerwerkskörper in der rechten
    Hand eines Mannes explodiert. Hierbei wurden alle fünf Finger
    der Hand abgerissen. Sein alkoholisierter Begleiter (37 Jahre)
    zeigte sich mit den Maßnahmen der Rettungskräfte unzufrieden und
    versetzte einem Rettungssanitäter eine leichte Kopfnuss. Der
    37-Jährige ist in Gewahrsam genommen worden. Der Verletzte wurde
    in ein Krankenhaus transportiert.

    Zwischen 18:00 und 05:00 Uhr nahm die Polizei insgesamt 1.025 Einsätze wahr
    (vergangenes Jahr: 1.318). Davon wurden 484 Einsätze über die Notrufnummer 110
    gemeldet.

    „Auch wenn es im gesamten Stadtgebiet teils nicht unerheblich zum Abbrennen von
    Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum und immer wieder auch zu Ansammlungen
    größerer Personengruppen gekommen ist, hat sich der weit überwiegende Teil der
    Hamburgerinnen und Hamburger an die Beschränkungen gehalten. Statt auf ein
    ausnahmsloses Verfolgen festgestellter Verstöße hat die Polizei auch in der
    Silvesternacht wieder auf Kommunikation und die Einsicht der Menschen gesetzt“, sagte Sandra Levgrün, Sprecherin der Hamburger Polizei

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