Feinstaub und Klimawandel – Polizei löst Sitzblockade auf

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    (rtn/ots) Demonstranten haben am Freitag den vielbefahrenen Theodor-Heuss-Ring in Kiel blockiert, der auch wegen seiner hohen Abgaswerte bekannt ist. Sie forderten eine Verkehrswende. Die Polizei löste die Sitzblockade auf und trug die Demonstranten von der Straße. 

    Nach Angaben der Polizei hatten sich kurz  nach 14.00 Uhr rund 500 Kielerinnen
    und Kieler, viele von Ihnen mit Rädern ausgestattet, friedlich und entspannt auf den Weg durch die Kieler Innenstadt. Bis zu der Zwischenkundgebung am “Lübscher Baum” wuchs die Veranstaltung auf rund 1600 Menschen an und verlief wie angekündigt. Wenig überraschend für die Einsatzkräfte der Polizei war die anschließende Sitzblockade
    auf dem Theodor-Heuss-Ring in Höhe der Messstation durch 70 bis 80 Menschen. Diese Station bewegt seit Monaten die Gemüter.

    Sowohl die Stadt, als auch die Einsatzleitung der Polizei, hatten diesen Verlauf im Vorwege besprochen und sich auf ein entspanntes Miteinander mit den Demonstrierenden verständigt. Aus der toleriertenhalben Stunde wurde dann allerdings über eine Stunde, was dazu führte, dass die ursprüngliche Demo-Anmelderin den sitzenden Teil nicht mehr als zu sich gehörig erklärte und von der Demonstration ausschloss.

    Etwa 600 Demonstrierende setzten ihren ursprünglich geplanten Weg fort. Sie hielten im Bereich der Hamburger Chaussee gegen 16:40 Uhr eine weitere Zwischenkundgebung ab und gingen kurz darauf weiter in Richtung des Platzes der Matrosen.

    Einer der bei der Messstation verbliebenen Teilnehmer meldete dann eine sogenannte Spontandemo an. Diese wurde genehmigt – allerdings neben und nicht auf dem Theodor-Heuss-Ring. Dem kamen die Demonstrierenden nicht nach. Sie verhandelten mehrmals zeitliche Verlängerungen und blieben auf der Fahrbahn sitzen. Diese zirka 200 bis 300 Personen wurden aufgefordert, die Fahrbahn zu verlassen.

    Im Einvernehmen zwischen Polizeiführung und Versammlungsbehörde wurde der Versammlung bis 17:40 Uhr Zeit gegeben, die Fahrbahn zu räumen. Mit Ablauf der Frist wurde der Versammlung bekanntgeben, dass um 18:05 Uhr die Auslösung der Versammlung erfolgt.

    Der ursprüngliche Aufzug, dessen Teilnehmerzahl zwischenzeitlich auf 250 Personen gesunken war, hatte gegen 17:15 Uhr den Platz der Matrosen erreicht und beendete dort um 17:26 Uhr nach Durchführung der Abschlusskundgebung die Versammlung ohne weitere Vorkommnisse.

    Um 18:05 Uhr wurde durch den Versammlungsleiter die Spontandemonstration für beendet erklärt. Da die Teilnehmer der Auflösung nicht folgten, wurden Platzverweise an die verbliebenden Personen erteilt. Folgemaßnahmen wurden angedroht.

    Da die Personen sich nicht freiwillig entfernten, wurde mit der Räumung in Form von Wegtragen begonnen. Die Maßnahme konnte um 19:00 Uhr beendet worden, so dass der Verkehr ab 19:07 Uhr wieder freigegeben werden konnte.

    Insgesamt 62 Menschen wurden dann polizeilich erfasst. Sieben Personen mussten weiterführend durch Sachbearbeiter übernommen werden. Gegen sie wurden weitergehende Maßnahmen getroffen. Dabei handelte es sich in fünf Fällen um die Ermittlung der Identität und in zwei Fällen um den Anfangsverdacht von Straftaten.

    Auf beiden Seiten gab es leicht verletzte Menschen. Es scheint aber glücklicherweise bei Schürfwunden und Prellungen geblieben zu sein.

    Dazu kommentiert die Polizei: “In Erinnerung bleiben werden Bilder einer Demonstration, die von der Polizei aufgelöst werden musste. Das anfangs bunte Bild der Kielerinnen und Kieler mit ihren Fahr-, Lasten-, Liege- oder Bambusrädern, die Wege einer neuen Mobilität suchen, verblasst dahinter. Schade.”