Feuerwehreinsatz durch überhitzte Batterien

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    (rtn) Einsatz für die Hamburger Feuerwehr am Hopfenmarkt in der Innenstadt: Am Donnerstagabend waren im Keller eines Bürogebäudes Batterien einer Anlage so stark erhitzt, dass es zu Rauchbildung kam.

     

    Die Anlage ist dazu da, bei Stromausfall den Betrieb der Büro-Rechner aufrechtzuerhalten. Laut Feuerwehr müssen die Batterien aus dem Keller geborgen und an der Luft gekühlt werden, damit sie nicht platzen.

    Der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg wurde über Notruf 112
    eine Rauch- und Wärmeentwicklung im Keller eines Bürogebäudes
    gemeldet. Die Einsatzkräfte vor Ort stellten fest,  dass sich die
    GEL-Batterien einer USV-Anlage (Unterbrechungsfreie
    Spannungsversorgung) erhitzt hatten. Infolge dessen kam es zu einer
    starken Rauchentwicklung. Das Gebäude wurde bereits durch den
    Sicherheitsdienst evakuiert. Messungen im Flur des Gebäudes ergaben
    eine erhöhte  CO-Konzentration und weitere giftige Gase. Im
    Batterieraum wurden bis zu 2000 ppm CO-Konzentration sowie eine
    kritische Explosionsgrenze UEG gemessen. Es wurden umfangreiche
    Belüftungsmaßnahmen durchgeführt. In dem Batterieraum befanden sich
    245 Batterien 12 V, aufgeteilt in zwei Stränge. Ein Strang enthielt 3
    x 35 GEL-Batterien á 12V, der zweite Strang 4 x 35 GEL-Batterien.
    Eine GEL-Batterie hatte ein Gewicht von ca. 40kg. Im ersten Strang
    wurden Temperaturen von 40 – 50°C gemessen, im zweiten Strang
    Temperaturen von 97 – 98°C. 70 Batterien waren stark überhitzt (bis
    98°C) und aufgebläht. Von diesen wurden unter umlufunabhängigem
    Atemschutz 7 geborgen, in eine Mulde befördert und dort gekühlt. Die
    Bergung weiterer Batterien war nicht möglich, da diese sich durch die
    Erhitzung verkeilt hatten. Zudem wurde von der Installationsfirma
    eine Bergung weiterer Batterien für nicht notwendig erachtet. Die
    Belüftung des Raumes, um die Temperaturen, die CO-Konzentration und
    den Wert der Explosionsgrenze zu senken, gestaltete sich schwierig,
    da es sich um einen gefangenen Raum im Keller am Ende eines Flures
    handelte, etwa 50 m vom Eingang entfernt. Nach 5 Stunden Be- und
    Entlüftung konnte die CO-Konzentration auf 116ppm und die UEG auf 2%
    reduziert werden. Die Temperatur im zweiten Strang war nach dieser
    Zeit unverändert hoch. Durch weitere umfangreiche Belüftungsmaßnahmen
    konnte die Temperatur gesenkt werden. Ein Mitarbeiter des
    Security-Dienstes wurde rettungsdienstlich erstversorgt, lehnte aber
    eine Beförderung ins Krankenhaus ab.

     

    Eingesetzt waren 45 Einsatzkräfte der
    Berufsfeuerwehr u.a. 2 Löschzüge, der Umweltzug, 3 Gerätewagen Rüst,
    Befehlswagen, A-Dienst, B-Dienst, Pressesprecher, 1 Rettungswagen und
    die Versorgung der Freiwilligen Feuerwehr.