Flammender Appell für Impfschutz bei der Feuerwehr

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    (rtn) Mit sehr deutlichen Worten unterstützen Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach, der Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensburg Jürgen Stahmer und Ortswehrführer Jan Haarländer den dringenden Appell des Stormarner Kreisbrandmeister Gerd Riemann an die Entscheider in Politik und Verwaltung die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Land angemessen bei der Corona-Impfpriorisierung zu berücksichtigen.

    “Wir haben eine gemeinschaftliche Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber allen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten die täglich Leib und Leben dafür einsetzen um Menschen zu retten. Da ist es für mich selbstverständlich, dass diese Frauen und Männer ebenso wie der Rettungsdienst durch eine Impfung geschützt werden. Es ist für mich unverständlich warum die Freiwilligen Feuerwehrleute in der Impfreihenfolge so weit hinten stehen”, sagte Bürgermeister Sarach unmissverständlich bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in der Rettungswache am Weinberg.

    Es wäre zu wünschen, wenn es eine Änderung in der Impfpriorität geben würde, und machte klar: “Die Stadt Ahrensburg steht geschlossen hinter ihren Wehren und gibt ihnen jede Unterstützung die notwendig ist. Das gleiche Ziel erhoffen wir uns jetzt auch von der Landespolitik. Es wird Zeit, dass man sich dort kümmert”, betonte Bürgermeister Sarach in Richtung der Verantwortlichen in Kiel.

    Im Raum steht für den Bürgermeister die Empfehlung die Feuerwehrleute mit täglichen Restimpfstoffmengen aus den Impfzentren zu versorgen und sie in Ihrer Priorität durch eine angepasste Entscheidungspraxis der Impfzentren bei der Vergabe von überzähligen Impfstoffdosen aufgrund ihrer tatsächlichen Systemrelevanz vorzuziehen.

    „Ein Anruf genügt und wir sind impfbereit. Das bekommen wir mit unseren Alarmstrukturen problemlos rund um die Uhr organisiert, wir stehen ja auch nachts um drei Uhr zu einem Einsatz auf, fügte Gemeindewehrführer Jan Haarländer hinzu.

    Die Priorisierung der Impfgruppen wurde bundesweit anhand der Coronavirus-Impfverordnung vorgenommen. Feuerwehrleute finden sich dabei derzeit nur als „Person mit besonders relevanter Position im Feuerwehrdienst“ in der Verordnung wieder. Allerdings auch nur in der 3. Kategorie, d.h. mit erhöhter Priorität, aber weit ab vom tatsächlichen Impfgeschehen und dem notwendigen Selbstschutz.

    „Wer kann bei einem Team jedoch entscheiden, wer erhöhte Priorität im Dienst hat? „Für uns sind alle Einsatzkräfte gleich. Ein Team funktioniert nur, wenn die Arbeit Hand-in-Hand läuft und alle sich dem einheitlichen Ziel und mit gleichen Voraussetzungen der Aufgabe gegenüber verpflichtet fühlen“, erklärten Stahmer und Sarach ihren Standpunkt.

    Die Freiwilligen Feuerwehren in Ahrensburg stehen seit über 1 Jahr zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und zur Rettung von Leib und Leben der Bevölkerung in erster Reihe. Bisher gab es glücklicherweise keine Infektion im Einsatzgeschehen in Ahrensburg, lediglich einen Fall im privaten Bereich. Ein Infektionsgeschehen und damit einhergehende Quarantänemaßnahmen innerhalb der Gemeindewehr Ahrensburg würden erhebliche Auswirkungen im Brandschutz und dem unterstützenden Rettungsdienst haben“ fasst Bürgermeister Sarach den gesetzlichen Auftrag der Feuerwehren im Land zusammen.

    In Ahrensburg verzeichneten die Freiwilligen Feuerwehren während der 1. Und 2. Phase der Corona-Pandemie über 400 Einsätze. Teilweise manchmal 4-5 Einsätze an einem Tag. Viele Notfälle, „Tür verschlossen“ und „Personen in Gefahr“ konnten gemeinsam mit dem Rettungsdienst durchgeführt werden. Auch diverse Verkehrsunfälle mit direktem Kontakt zu Verletzten gehören dabei zum Alltag der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

    „Vor diesem Hintergrund ist es den Mitgliedern unserer Wehren nur schwer zu erklären warum es eine derartige Unterscheidung zwischen Rettungsdiensten und Feuerwehren gibt“ beschreiben Sarach und Stahmer die unbefriedigende Situation.

    „Über die Bereitschaft unserer Mitglieder, trotz erschwerter Rahmenbedingungen ihren ehrenamtlichen Dienst für die Gesellschaft zu leisten sind wir dankbar und froh. Umso mehr wäre eine angepasste Entscheidungspraxis bei der Vergabe von unverbrauchten Impfstoffdosen an Mitglieder der Feuerwehren ein richtiges Zeichen für Anerkennung der geleisteten Arbeit und Wertschätzung. Der Selbstschutz der Mitglieder und die Einsatzbereitschaft der Wehren könnte dadurch gefördert und nachhaltig sichergestellt werden“ geben beide ihren Standpunkt zur aktuellen Debatte wieder.

    „Wir unterstützen die Empfehlungen des Kreisfeuerwehrverbands und beobachten die weiteren Entwicklungen mit Interesse und Hoffnung. Denn jeder, der sich uneigennützig und herausragend für das Gemeinwohl einbringt, sollte auch politisch und gemeinschaftlich das Gefühl erfahren und in sich tragen, für die Gesellschaft auch tatsächlich systemrelevant zu sein“ fassen Stahmer und Sarach ihre Wünsche an einer angepassten Entscheidungspraxis für die Vergabe von Restimpfstoffmengen im Kreisgebiet an die zuständigen Stellen zusammen.

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