Gemeindefeuerwehren Barsbüttel weiterhin außer Dienst

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    (rtn) Nach den Löscharbeiten beim Brand einer Scheune in Stemwarde bleiben alle vier Feuerwehren der Gemeinde Barsbüttel weiterhin außer Dienst. Bei dem Großfeuer war unter anderem ein Dach mit Asbestzement verbrannt.

     

     

    Die Bekleidung der am Brandherd eingesetzten Einsatzkräfte und die Feuerwehrfahrzeuge weisen nach einer entsprechenden Begutachtung eine Verunreinigung durch Asbestpartikel auf.

     

    Nach entsprechender Aufforderung der Hanseatische Feuerwehrunfallkasse (HFUK) sind die Einsatzbekleidung, die Fahrzeuge und die Gerätehäuser zu reinigen – mit den entsprechenden Auflagen beim Umgang mit Asbest: “Die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute wurden in Säcken gesammelt und zu einer Spezialfirma zur Reinigung transportiert. Gleichzeitig werden die Fahrzeuge und die Feuerwehrgerätehäuser unter Schutzanzügen gereinigt und desinfiziert”, sagten Gemeindewehrführer Frank Becker und dessen Stellvertreter Thomas Künzel, bei der Überwachung dieser Arbeiten am Freitag am Feuerwehrgerätehaus in Barsbüttel.

     

    Nach der Reinigung und Desinfektion würden die Feuerwehrfahrzeuge und die Gerätehäuser aller Ortswehren erneut auf Schadstoffe überprüft. Erst wenn diese Messungen ohne Befund blieben, könne der Dienstbetrieb wieder aufgenommen werden. Dies werde aber frühestens am kommenden Montag um die Mittagszeit sein. Zwischenzeitlich sind die Freiwilligen Feuerwehren Stapelfeld und Glinde für das Barsbütteler Gebiet zuständig.

    In den einzelnen Ortswehren von Stemwarde, Stellau und Williunghusen werde die Einsatzbereitschaft schnellst möglich wieder hergestellt. Auch hier würden Fahrzeuge, Einsatzkleidung und Fahrzeuge gereinigt und desinfiziert, teilte der erste stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Barsbüttel, Rainer Eickenrodt mit.  Gleichzeitig veröffentlichte er auf der Website der Gemeinde die Bewertung eines Gutachtens, wonach für die Bevölkerung keine Gesundheitsgefährdung nach dem Großbrand in Stemwarde besteht.

     

    Ein Gutachter habe am Montag vor Ort (Dorfstraße, Stübkamp, Reinbeker Straße – Gebiet der Rauchfahne) diverse Wisch- und Staubabtupfproben genommen: “Die Auswertung der Proben zeigt, dass in Bereichen wo der Niederschlag von Brandrückständen erkennbar ist ein Nachweis von Asbestfasern oder kleinen Asbestzement-Bruchstücken nicht ausgeschlossen werden kann. Die Situation stellt sich dabei ähnlich dar wie sie an Hofflächen auftritt, auf die der Regenablauf von AZ-Dachflächen läuft. Insgesamt dürften die Flächenbelastung jedoch deutlich geringer sein.

    Eine Beprobung und Bewertung analog VDI 3877 war nicht möglich, da die Beladung der Flächen wesentlich unter der niedrigsten Bewertungskategorie von 1 gewichtetes Zählereignis je cm² liegt.

    Aufgrund der geringen Flächenbelastung mit Asbestfasern ergibt sich nach unserer Einschätzung generell keine gesundheitliche Gefährdung beim Aufenthalt im Freien.

    Für Flächen auf denen eine Staubablagerung erkennbar ist, kann vorsorglich eine Reinigung erfolgen. Für befestigte und glatte Flächen empfiehlt sich dabei eine Feucht- oder Nassreinigung. Das Abwasser kann dabei in das Siel abgeleitet werden. Fahrzeuge können in der Waschstraße normal gereinigt werden.

    Generell ist bei der Feucht- und Nassreinigung nicht mit einer relevanten Staubfreisetzung zu rechnen. Wegen der Brandrückstände werden vorsorglich Haushalthandschuhe empfohlen. Fegen oder andere stauberzeugende Reinigungsverfahren werden vorerst nicht empfohlen.

    Die Ablagerungen auf unbefestigten Flächen wie zum Beispiel Gras- und Spielflächen führen nicht zu relevanten Luftbelastungen mit Asbestfasern. Durch die Niederschläge werden die Ablagerungen, wie jeder natürliche Staub, von der Oberfläche in tiefere Lagen gespült und in das Bodenkorn eingebunden. Dieser Vorgang kann natürlich auch aktiv durch Berieselung der Flächen herbei geführt werden.

    Die zum Teil gut sichtbaren Glasfasern (2-3 cm lang weiß / gräulich schillernd) sind zwar optisch störend stellen jedoch sicher keine Gesundheitsgefahr dar. Es handelt sich dabei nicht um Asbest und auch nicht um lungengängige Fasern.

    Zum Umgang mit den Glasfasern hat der Gutachter angeregt, dass bei vorhandenen Sandkisten die oberste Schicht Sand abgetragen bzw. ausgetauscht werden kann, damit Kleinkinder beim Spielen nicht in Kontakt mit den Glasfasern kommen – auch wenn keine Gesundheitsgefährdung besteht.

    Sollte sich nach Vorlage des endgültigen Gutachtens wider Erwarten eine abweichende Gefährdungsbeurteilung ergeben, erfolgt umgehend eine weitere Information.”