Großeinsatz nach technischem Defekt in der MVA

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    (rtn) Wegen eines großflächigen Stromausfalls in der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld kommt es seit Mittwochabend zu einem Großeinsatz der Feuerwehr: “Weil die Kühlung und die Belüftung am Kessel der Anlage nicht mehr funktionierte, drohte der Müll selbst im Müllbunker unkontrolliert Feuer zu fangen, sagte der diensthabende Einsatzleiter Kai-Willi Bredenkamp von der Freiwilligen Feuerwehr Siek am Donnerstagvormittag. Er schätzt, dass der Einsatz noch bis zum späten Donnerstagnachmittag andauern wird.

    Um 21:14 Uhr wurde der Rettungsleitstelle am Mittwochabend eine starke Rauchentwicklung aus der Anlage gemeldet. Daraufhin wurden zunächst mehrere Freiwillige Feuerwehren aus dem direkten Zuständigkeitsbereich der MVA alarmiert. Die Kräfte wurden im Verlauf der Nacht mehrfach ausgetauscht. Bis zum zum Donnerstagvormittag waren dann insgesamt neun Freiwillige Feuerwehren und der Rettungsdienst eingesetzt.

    Die Einheiten des Betreuungszuges des ASB und der SEG Stormarn wurden für die Versorgung der Einsatzkräfte ebenfalls zum Einsatzort geschickt.

    Nach ersten Erkenntnissen war der Strom in der Anlage durch einen technischen Defekt am Ahrensburger Weg ausgefallen. Betroffen waren unter anderem die Greifbagger und die Klappen zwischen der Brennkammer und dem Müllbunker sowie die Lüftungsanlage, die elektronisch gesteuert werden. Bemerkt hatten den Fehler die Techniker der MVA. Diese verständigten dann sofort die zuständige SH-Netz AG.

    Der Müll brannte in der Anlage währenddessen wie gewöhnlich weiter. Um zu vermeiden, dass das Feuer außer Kontrolle gerät, rückten die Stormarner Feuerwehren aus.

    “Alle 15 Minuten messen unsere Zwei-Mann-Trupps unter Atemschutz die Temperaturen am Kessel und dem Müllbunker. Sobald wir dort gefährliche Entwicklung feststellen, beginnen wir nach Rücksprache mit der Leitung der MVA mit einem Löscheinsatz. Die Wasserversorung ist aufgebaut und die Steigleitungen sind befüllt”, erklärt Bredenkamp das weitere Vorgehen.

    Währenddessen sind Störungstechniker der SH-Netz AG mit der Behebung des Schadens beschäftigt. Die Dauer der Reparaturarbeiten ist noch nicht bekannt.

    Dazu teilte die Pressestelle der EEW Energy from Waste GmbH auf Anfrage mit:

    “Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr und wie in solchen Fällen üblich, haben wir unter Anwesenheit der Freiwilligen Feuerwehr Stapelfeld die Anlage heruntergefahren”, sagt der Technische Geschäftsführer Morten Holpert. Zuvor sei der Kessel bereits unter Luftabschluss gebracht worden, so dass die Aufgabe der Einsatzkräfte vor allem darin bestanden habe, den Aufgabetrichter zu kühlen. “Ich danke allen Einsatzkräften für ihre Unterstützung sowie das hochprofessionelle und besonnene handeln.” Eine Gefahr für Mensch und Umwelt habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, so Holpert.

    Die Entsorgungssicherheit für kommunale Abfälle aus der Region sei trotz des Anlagenstillstandes weiter gegeben, bekräftigt der Geschäftsführer. „Wir sind Teil eines Ausfallverbundes. Fällt ein Partner aus, greift das Netzwerk und die Mengen werden auf Anlagen im Verbund umgesteuert“, erklärt er. Wann die Anlage wieder hochgefahren werde, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. „Wir werden über die Osterfeiertage alle Systeme prüfen. Daran anschließend wird der TÜV entscheiden, wann wir wieder ans Netz gehen können.“

    Es war nicht der erste Vorfall dieser Art bei der MVA.  Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte ebenfalls ein Stromausfall für einen stundenlangen Einsatz zahlreicher Freiwilliger Feuerwehren aus Stormarn geführt.

    Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren FF Braak, FF Stapelfeld, FF Langelohe, FF Papendorf, FF Kronshorst, FF Barsbüttel, FF Siek, FF Meilsdorf, FF Großhansdorf, FF Stellau, FF Hoisdorf, die Amtswehrführung, der Stellvertretende Kreisbrandmeister Christian Rieken, die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) aus Nütschau, Betreuungszug des ASB und der SEG Stormarn

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