Hamburg: Schiffsleck verursacht Feuerwehr-Großeinsatz

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    (rtn) Im Oortkatener Hafen an der Elbe hat das havarierte Schiff Binnenschiff “Arie Cornelis” am Donnerstag aus eigener Kraft die Werft auf der anderen Seite des  Oortkatener Hafens erreicht.

     

     

    Das etwa 50 Meter lange niederländische Schiff lag zuvor sicher an einer Kaimauer vertäut.  

    Gestern Nachmittag meldete die Besatzung eines Binnenschiffes im Hafen Oortkaten der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg über den Notruf 112 “Wassereinbruch”. Man habe bereits mit Abpump-Maßnahmen begonnen und befürchte nun ein Sinken des für Baggerarbeiten in der Elbe eingesetzten Schiffes.

    Als die ersten Einsatzkräfte wenig später vor Ort eintrafen, stellten sie fest, dass das 49 Meter lange und 7 Meter breite, in Ufernähe liegende, Binnenschiff bereits auf einer Länge von circa 30 Metern etwa 0,5 Meter voll Wasser gelaufen und in Schräglage geraten war.

    Eines der beiden Besatzungsmitglieder stürzte bei der Lageeinweisung der Einsatzkräfte an Bord des Schiffes auf rutschigem Untergrund und verletzte sich hierbei am Bein. Der Patient wurde sofort durch Notfallsanitäter rettungsdienstlich versorgt und nach
    Behandlung durch einen nachgeforderten Notarzt in einer speziellen Vakuummatratze, auf einer Schleifkorbtrage, von Bord gerettet. Anschließend wurde er mit einem Rettungswagen der Feuerwehr Hamburg in eine nahegelegene Klink befördert.

    Parallel hierzu brachten mehrere Trupps Tauchpumpen für Lenzarbeiten an Bord in Stellung. Die geplante Montage eines sogenannten Lecksegels an der Außenwand des Schiffes durch Taucher der Feuerwehr musste zunächst verschoben werden, da das Schiff zu diesem Zeitpunkt im betroffenen Bereich auf Grund lag. Nachdem die Umweltbehörde gegen 20.35 Uhr die Einsatzleitung übernommen und das Abpumpen von 2000 Liter Betriebsstoffen von Bord des Schiffes durch eine Fachfirma veranlasst hatte, gelang es Tauchern im weiteren Verlauf, etwa gegen 22.30 Uhr, eine Leckage zu lokalisieren und diesemit einem Lecksegel erfolgreich abzudichten. Eine weitere Leckage im Bereich des Mittelschiffes konnte nicht abgedichtet werden, sodass die Tauchpumpen bis zur Verholung des Schiffes in eine nahegelegene Werft am heutigen Mittag permanent durch die Besatzung eines Löschfahrzeug der Feuerwehr Hamburg betrieben werden mussten.

    Im Zeitraum von Mittwochabend bis Donnerstagmittag waren in Spitzenzeiten bis zu 75 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr vor Ort im Einsatz. Hierzu gehörten u. a. eineLöschgruppe, die Führungsdienste A + B, ein Bereichsführer FF, ein
    Umweltdienst, ein Löschboot, zwei Kleinboote, drei weitere Löschfahrzeuge, die Spezialeinsatzgruppe Tauchen, eine FF zur Versorgung der Einsatzkräfte, eine FF Fernmelde u. Kommunikation, ein Rüst- und Gerätewagen 1, eine FF mit Rüst- und Gerätewagen 3, Lichtmastanhänger und Gerätekraftwagen, diverse Wechselladefahrzeuge mit Abrollbehältern für Logistik sowie Spezialmaterial für Umwelt-
    und Gefahrenschutz, ein Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, der diensthabende Pressesprecher und der Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg Dr. Christian Schwarz.