Hamburger Kammerspiele: Schlaraffenland – Heute Premiere

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    (rtn) Größer, schöner, besser… Alles ist zu haben in dieser ach so intakten Familie. Wenn etwas fehlt, kaufen seine Eltern es neu, aber größer. Wenn die Mutter altert, korrigiert das der Schönheitschirurg. Wenn die Oma stirbt, kommt Trauerberatung ins Haus. In Deutscher Erstaufführung zeigen die Hamburger Kammerspiele das Stück Schlaraffenland.  »Ein Stück über die Dekonstruktion unserer Wohlstandsgesellschaft, eines vermeintlichen Schlaraffenlandes, das nur in unseren Köpfen existiert. Das Stück der Stunde.«

    Alles funktioniert perfekt. Bis zu jener Nacht, in der der Sohn entdeckt, dass die ganze schöne Welt nur Kulisse ist. Dahinter schuften schattenhafte Gestalten, um den Betrieb in Gang zu halten. Der Entdeckung folgt eine mittelschwere Störung der Familienmaschine. Der Sohn will raus aus seiner Ich-Erzähler- Komfortzone, will das Stück für alle umschreiben, doch seine Themen empfinden die anderen als Ärgernis und Zumutung. Was sollen die ständigen Vorwürfe, warum tut er so erleuchtet? Das wissen doch alle, worauf Wohlstand und sorgenfreies Leben gründen. Kann er nicht wie alle anderen einfach wegsehen? Um ihre Borniertheit zu brechen, greift der Sohn zu einem letzten, drastischen Mittel.

    Philipp Löhle, dessen Werk Das Ding vor einigen Jahren bei den Ruhrfestspielen Begeisterung auslöste, hat ein unglaublich aktuelles, dabei auch herzhaft komisches Stück über die Wahrnehmung der heutigen Wirklichkeit geschrieben, über die Blindheit der Massen und die Einsamkeit der Rufer in der Wüste. »Ein Stück über die Dekonstruktion unserer Wohlstandsgesellschaft, eines vermeintlichen Schlaraffenlandes, das nur in unseren Köpfen existiert. Das Stück der Stunde.« Quelle: Kammerspiele Hamburg

    Schlaraffenland

    Deutsche Erstaufführung
    Von Philipp Löhle
    Regie: Henning Bock
    Ausstattung: Martin Fischer
    Mit Isabell Fischer, Thomas Klees, Jacob Matschenz, Hanna Stange, Oliver Warsitz, Monika Wegener

    Premiere 2. Oktober 2017 Vorstellungen bis 11. November 2017

    Eine Koproduktion der Hamburger Kammerspiele mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen