Heute vor einem Jahr – Einsatz im Flutgebiet

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    (rtn) Die Brandschutzbereitschaft und die Betreuungseinheiten des Kreises Stormarn sind heute vor einem Jahr ins Unwettergebiet nach Rheinland-Pfalz gestartet. Der damalige Kreisbrandmeister Gerd Riemann und Stormarns Landrat Dr. Henning Görtz hatten die Einheiten im Gewerbegebiet Siek verabschiedet: „Ich danke allen Einsatzkräften, ihren Familien und Arbeitgebenden für ihre Einsatzbereitschaft und ihr Verständnis. Der Katastrophenschutz setzt damit ein starkes Signal für den Zusammenhalt in Krisensituationen.“

    Freiwillige Feuerwehrleute aus Stormarn, das THW und die SEG-Betreuung des Kreises Stormarn sind seit Freitagmorgen in Bad Neuenahr – Ahrweiler im Einsatz.

    Die Einsatzkräfte kannten die Zerstörungen zwar von Luftbildern und aus Besprechungen. Aus der normalen Perspektive merke man noch deutlicher, mit welcher Wucht das Wasser durchgerauscht ist“, sagt Norman Schumann von der 2. Feuerwehrbereitschaft Stormarn, die zu den Einheiten gehört, die direkt in der Stadt eingesetzt wird.

    Vor Ort sei man auf massive Zerstörungen gestoßen. Der Kurpark sei komplett unterspült. Die Wucht des Wassers werde klar, wenn man sehe, dass die Asphaltdecke quasi umgedreht wurde. Häuser sind teilweise eingestürzt oder stehen kurz vor dem Einsturz.

    Die Anwohner vor Ort seien trotz der katastrophalen Verhältnisse sehr herzlich und dankbar. „Als wir in dem Einsatzgebiet eintrafen, kamen spontan die Anwohner zu den Kameradinnen und Kameraden, bedankten sich für die Hilfe. Das sei ein Trost, dass Rettungskräfte vor Ort seien“, erklärt Schumann.

    Besonders beeindruckt habe man sich von der Solidarität gezeigt. Dass so viele Helfer aus Schleswig-Holstein nach Rheinland-Pfalz gekommen seien, um direkt mit anzupacken, sei überwältigend. .

    Und obwohl sie selbst zum Teil Versorgungsprobleme haben, teilen die Bewohner mit den Einsatzkräften. So wird berichtet, dass zwei junge Bewohnerinnen, die sich als Nina und Silke vorstellten, zwei Töpfe voller frischer Würstchen für die Einsatzkräfte organisierten. Auch Traubenzucker verteilten sie, aus Dankbarkeit für den Hilfseinsatz.

    Die eingesetzten Einheiten pumpen Garagen und Tiefgaragen leer, spritzen größere Schlammmengen ab, beseitigen Trümmerteile aus Garagen und Häusern und helfen allgemein bei den Aufräumarbeiten. Das Ausmaß der Zerstörung sei „wuchtig“.

    „Wir sind weiterhin natürlich sehr vorsichtig bei unserer Arbeit, weil immer wieder Versorgungsleitungen und Stromleitungen aus dem Boden ragen, die freigespült wurden“, erklärt Schumann.

    Die Kräfte seien zwar beeindruckt von den vorgefundenen Schäden, aber motiviert und hochkonzentriert. Ein Rädchen greife ins andere. Sie wissen, dass jetzt die Arbeit noch Stunden dauern und gehen sehr tatkräftig vor. Schließlich seien sie dafür ja auch nach Rheinland-Pfalz gefahren.

    Die Fahrt in die Region dauerte unter den vorhandenen Umständen natürlich länger als normalerweise, weil teilweise die Ein- und Ausfahrtsstraßen sowie Brücken zerstört sein. Alle eingesetzten Fahrzeuge der Helfer aus dem Norden seien daher mit der Fähre „Linz-Remagen“ über den Rhein gebracht worden.

    Zuvor hatte es Kritik daran gegeben, dass die Mehrheit der Einheiten 48 Stunden auf den ersten Einsatz wartete. Trotz des Frustes laufe es jetzt sehr gut.

    „Das ist eine sehr schlag-kräftige und super ausgebildete Truppe, die sehr engagiert und gut geführt ist. Die wollen hier anpacken.“

    Die generelle Ablösung der Kräfte ist für Sonntag, 25. Juli geplant. Das Innenministeriums des Landes versucht momentan eine Möglichkeit zu finden, dass die Fahrzeuge aber vor Ort bleiben können, wenn eine komplette Ablösung der ehrenamtlichen Helfer möglich sei.