Hochwasserregion: Ablösung für Retter geplant

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    (rtn) Zu ihrem vermutlich letzten Einsatz ist am frühen Samstagmorgen die 2. Feuerwehrbereitschaft Stormarn mit den Wehren aus Glinde, Oststeinbek, Willinghusen, Nienwohld, Stellau, Ahrensburg, Reinbek, Ahrensfelde, Havighorst, Trittau, Siek, Kronshorst und Großhansdorf in die zugeteilten Einsatzgebiete nach Bad Neuenahr-Ahrweiler ausgerückt. Um fünf Uhr wurden die Einheiten geweckt, eine halbe Stunde später gab es Frühstück bei der SEG-Betreung des Kreises Stormarn und um 6:45 Uhr startete der Konvoi.

    Der frühe Weckruf war notwendig, da die Fahrt vom Stützpunkt Windhagen in die nur 20 Kilometer entfernte Krisenregion Bad Neuenahr-Ahrweiler länger dauert als normalerweise,
    weil dort teilweise die Ein- und Ausfahrtsstraßen sowie Brücken zerstört sind. Deshalb nutze der Konvoi die Umleitungsstrecke und setzte in Remagen mit der Fähre „Linz-Remagen“ über den Rhein. Gegen 10 Uhr wurde das Einsatzgebiet erreicht und die Einsatzkräfte nahmen ihre Arbeit auf.

    Seit Freitag waren ab sechs Uhr alle Einheiten aus Schleswig-Holstein in verschiedene Einsatzgebiete entsandt worden und helfen seitdem dort bei der Bewältigung der Folgen der Flutkatastrophe mit.

    Pinneberger Kräfte sind zusammen mit Einheiten aus Schleswig-Flensburg seit
    Freitagnachmittag in der Ortschaft Insul (Verbandsgemeinde Adenau) eingesetzt und berichten von „kriegsähnlichen Zuständen mit weggespülten Häusern und Brücken. Teilweise erkenne man nicht, dass da mal ein Haus stand. Nach der Flut kam die Hitze und dadurch viel Staub – die Kräfte arbeiten den ganzen Tag mit
    FP2-Masken.

    Einheiten aus Lauenburg berichten über ihren Einsatz in der Infrastrukturherstellung. Dabei gehe es zunächst um Keller leerschaufeln und Schutt beseitigen. Es sieht hier aus, wie nach einem Krieg. Privatleute sind mit Gummistiefel, Schaufel und Eimer bewaffnet und versuchen zu retten was geht.“ sagt FeuerwehrmannRolf Rentzow von der Freiwilligen Feuerwehr Büdelsdorf, ihm versagt fast die Stimme, als er seine Eindrücke am Telefon
    zusammenfasst:

    Die generelle Ablösung der Kräfte ist für Sonntag, 25. Juli geplant. Dabei sollen nur die Mannschaften der einzelnen Wehren getauscht werden und nicht deren Fahrzeuge. Diese bleiben in Windhagen am Sammelpunkt. Der Einsatz der Ablösung ist nach derzeitigem Stand bis maximal Freitag den 30. Juli 2021 geplant.

    Das Land Rheinland-Pfalz ist dankbar für die Unterstützung aus Schleswig-Holstein. Es ist weiterhin dringend auf Kräfte angewiesen und hat um eine Fortsetzung des Einsatzes gebeten. Das bereiten wir jetzt vor“, so Torsten Geerdts, Staatssekretär im Innenministerium.

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