IRLS-Süd: Mobile Lebensretter App gestartet

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    (rtn) Über eine App sollen künftig Ersthelfer noch schneller als der Rettungsdienst bei einem Patienten sein, der dringend Hilfe benötigt. Die Landräte der Kreise Stormarn, Dr. Henning Görtz, Reinhard Sager, Ostholstein, und Dr. Christoph Mager Herzogtum Lauenburg gaben am Donnerstag in der integrierten Regionalleitstelle (IRLS) Süd gemeinsam den Startschuss für die Ersthelfer-App “Meine Stadt rettet”.

    Gleichzeitig übergab Jörg Schumacher, von der Sparkassen-Stiftung Stormarn insgesamt 40 gespendete Defibrillatoren. Diese lebensrettenden Geräte werden in Stormarn und in Ostholstein in den Bereichen der öffentlichen Selbstbedienungsterminals installiert.

    Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Mit der Retter-App soll ein großes Netz an Ersthelfern rekrutiert werden. Ein solches Netz von freiwilligen Helfern, die bei Bedarf GPS-basiert zusätzlich über diese App gerufen werden können, und das noch bevor ein Rettungswagen oder ein Notarzt eintrifft, könnte das Überleben vieler Menschen ermöglichen.

    Noch vor ihrem offiziellen Start im Bereich der IRLS Süd retteten Ersthelfer der App am Montag in Glinde einem Mann mit Herz-Kreislauf-Stillstand das Leben.

    Hier das Protokoll  der Rettung:

    11.11 Uhr – Person mit Herz-Kreislauf-.Stillstand im öffentlichen Bereich

    11.12  Uhr – Alarmierung, Rettungsdienst, Notarzt und drei App-Retter ausgerückt Ersthelfer Freiwillige Feuerwehr, Berufsfeuerwehrmann und Rettungssanitäter (EA)
    Durchführung der Telefonreanimation, angeleitet durch die IRLS Süd

    11.17 Uhr – Eintreffen Rettungswagen
    Zu diesem Zeitpunkt führten bereits sechs Ersthelfer die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) durch, ein AED (Defibrillator) ist bereits am Patienten

    11.35 Uhr – Transportbeginn des Rettungsdienstes
    Patient bereits mit eigenem Kreislauf an Intensivstation übergeben

    Seit Donnerstag 13.12. als Patient wach auf Normalstation im Krankenhaus

    Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählen Sekunden. In Deutschland erleiden jährlich über 50.000 Personen den plötzlichen Herztod. Mittels der App „Meine Stadt rettet“ wird versucht, GPS-basiert, freiwillige Ersthelfer in der Umgebung zu erreichen und so die Zeit bis zum Beginn der Herzdruckmassage zu verkürzen.

    Pro Minute, die bis zum Beginn der Reanimation verstreicht, verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit des Betroffenen um etwa 10 Prozent. Das System unterstützt die bestehende Rettungskette als zusätzliches Hilfsmittel, quasi als “helfender Nachbar”, grundsätzlich werden bereits die Anrufer durch die Leitstelle in der Herzdruckmassage angeleitet und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte telefonisch unterstützt.

    Mitmachen kann jeder Bürger, der mindestens ein gültiges Erste-Hilfe-Zertifikat hat, welches nicht älter als 2 Jahre ist. Oft werden diese Kurse in Betrieben durchgeführt oder für den Führerschein benötigt.

    Seit Beginn des Probebetriebes am 1. Oktober 2018 kommt es zu durchschnittlich 1,2 Alarmierungen des Systems in 24 Stunden, im Mittel konnte ein Vorsprung von 3-4 Minuten vor dem Rettungsdienst erreicht werden. In 20 Fällen sind bisher Ersthelfer ausgerückt.

    Die Finanzierung des App-Systems ist zunächst bis Ende 2019 durch das UKSH gesichert. Seit September 2017 ist Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg Schirmherr der Aktion für Schleswig-Holstein.

    Die Anbindung für die Leitstellen ist in Schleswig-Holstein kostenfrei und bringt keinen zusätzlichen Aufwand für die Disponenten. Auch sind die notwendigen Schnittstellen bereits durch andere Systeme in nahezu allen 112-Leitstellen vorhanden.

     

    Bereits im Dezember 2017 bekam das “Meine Stadt rettet”-Netzwerk Zuwachs von der Kooperativen Regionalleitstelle West. Somit ist die Ersthelfer-App auch für die Kreise Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg verfügbar.

     

    Auch in Lübeck und der Landeshauptstadt Kiel mit den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde ist “Meine Stadt rettet” schon in die Leitstellensoftware integriert. So kann die Retter-App in den genannten Gebieten die Arbeit der Leitstellen bereits wirksam unterstützen.

     

    Durch die Integration der “Meine Stadt rettet”-App in das System der Integrierten Regionalleitstelle Süd ist nun das digitale Ersthelfer-Netzwerk in Schleswig-Holstein weiter ausgebaut worden und kann möglicherweise sogar bald vollständig abgedeckt werden.

     

    Die integrierte Regionalleitstelle (IRLS) Süd ist zuständig für die Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in den Kreisen Stormarn, Ostholstein und Herzogtum- Lauenburg und versorgt damit rund 650.000 Einwohner sowie etwa. 5.000.000 Übernachtungsgäste in den Urlaubsregionen. Pro Jahr werden ca. 140.000 Einsätze durch die Disponenten abgewickelt.

    Weitere Informationen zu der Ersthelfer-App „Meine Stadt rettet“ finden Sie im Internet unter www.meine-stadt-rettet.de , die App ist kostenfrei im Google-Playstore / Apple-Appstore.

    Weitere Informationen zur integrierten Regionalleitstelle (IRLS) Süd für die Kreise Stormarn, Ostholstein und Herzogtum-Lauenburg erhalten Sie im Internet unter www.irls-sued.de