Jung, modern, der Nachwuchs im Mittelpunkt

    28

    Hamburg (rtn/ots) Vor rund tausend Gästen überreichten beim Studio Hamburg Nachwuchspreis die Paten Pinar Atalay, Karoline Schuch, Christine Urspruch, Axel Milberg, Bjarne Mädel und Guido Cantz am Donnerstagabend auf der feierlichen Gala im Thalia Theater die Auszeichnungen in sieben Kategorien. Kultursenator Dr. Carsten Brosda vergab die Trophäe für den Hamburger Krimipreis.

    Durch den Abend führte Moderatorin Linda Zervakis, mit tatkräftiger Unterstützung der Radiomoderatoren Andreas Kuhlage und Jens Hardeland, die den Abend als Sidekick aus der Loge begleiteten. Als musikalisches Highlight der Gala performten die Live-Acts LeFly und Lukas Rieger für die Gäste.

    Die Preisträger 2019:

    Beste Nachwuchsdarstellerin (Schauspieler-Fernsehpreis, Preisstifter CINEMA)
    Milena Tscharntke für ihre Rolle als Isy in “Alles Isy”

    Begründung der Jury:
    Durch ihre außergewöhnliche Präsenz hat Milena Tscharntke mit
    ihrer Darstellung als “Isy” die Jury berührt. In ihrer Hauptrolle
    gelingt es ihr, die Schwelle zum Erwachsenwerden herausragend
    einzufangen. Die Jury sagt: Milena Tscharntke ist mit ihrem
    bedeutenden Potential die Frau der Stunde.

    Bester Nachwuchsdarsteller (Schauspieler-Fernsehpreis, Preisstifter CINEMA)
    Thomas Prenn für seine Rolle als Damian in “Tatort – Damian”

    Begründung der Jury:
    Thomas Prenn hat die Jury mit seinem Spiel in der Rolle des
    “Damian” tief beeindruckt. Seine erste Hauptrolle im Fernsehen. Trotz
    seines jungen Alters zeigt er in “Tatort: Damian” eine erstaunliche
    Wandelbarkeit, wirkt nie seicht oder aufgesetzt. Ausgesprochen fein
    und äußerst glaubhaft geht Thomas Prenn voll in die Emotion und damit
    auch ein Risiko ein – mit Erfolg!

    Bester Kurzfilm (Preisstifter: VFF)
    Lukas Nathrath (Regie/Drehbuch) und Henriette Ahrens (Produktion)
    (Hamburg Media School) für ihren Film “Kippa”

    Begründung der Jury:
    Der Film “Kippa” setzt einen Konflikt um
    Antisemitismus und die Suche nach Freundschaft überzeugend um. Die
    Jury hat beeindruckt, wie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln die
    Identitätssuche des Protagonisten dargestellt wird. Ein ausgezeichnet
    besetzter und gespielter Film zum Nachdenken, nach einer wahren
    Begebenheit.

    Beste Dokumentation (Eberhard-Fechner-Preis, Preisstifter: NDR,
    Abt. Dokumentation, Dokudrama & Sonderprojekte) Beryl Magoko
    (Kunsthochschule für Medien Köln) für ihren Film “In Search”

     

    Begründung der Jury:
    Regisseurin Beryl Magoko setzt sich mit dem Thema weiblicher
    Genitalverstümmelung auseinander und nimmt den Zuschauer mit auf eine
    sehr persönliche Reise in ihre eigene Geschichte.  Die Jury ist
    beeindruckt vom enttabuisierten Zugang, den sie zu betroffenen Frauen
    gefunden hat, sowie von der Beleuchtung ihrer ganz eigenen
    Auseinandersetzung mit ihrem Schicksal. “In Search” ist ein mutiger
    Film, der in seiner Intensität betroffen macht, aber gleichzeitig
    eine konstruktive Idee der Hoffnung vermittelt.

    Bester Film (Preisstifter: GWFF)
    Eva Trobisch (Hochschule für Fernsehen und Film München) für die
    Regie in dem Film “Alles ist gut”

    Begründung der Jury:
    Eine Protagonistin, die nach einer Vergewaltigung die
    Täter-Opfer-Machtstruktur umdreht. Regisseurin Eva Trobisch
    begeistert in leisen Tönen mit einer hervorragenden, sehr feinen
    Regiearbeit. Mit ihrer preiswürdigen Fähigkeit, kunstvoll und
    vielschichtig die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten, hat
    sie die Jury überzeugt. Eine herausragende Abschlussarbeit!

    Bestes Entertainment
    Giulia Becker für “Let’s Go! Startup-Content Park”
    (bildundtonfabrik, ZDFneo, NEO MAGAZIN ROYALE, YouTube)

    Begründung der Jury:
    Sucht man eine Definition von Satire, Giulia Beckers Beitrag wäre
    der Film zum Lexikoneintrag. Als Autorin und Darstellerin gelingt es
    ihr – so die Jury – sich ohne Arroganz dem Thema der Maschinerie
    “Influencer” zu widmen und diese mit respektvollem Umgang auf
    charmante Weise zu entlarven. “Let’s Go! Startup – Content Park”
    trifft einen Nerv und überzeugt mit intelligenter Ironie.

    Hamburger Krimipreis der Freien und Hansestadt Hamburg zu Ehren von
    Jürgen Roland
    Viviane Andereggen (Hager Moss Film GmbH für ZDF/arte) für ihren
    Film “Rufmord”

    Begründung der Jury:
    “Rufmord” ist ein spannender Krimi, der den Zuschauer geschickt
    auf falsche Fährten führt und mithilfe von Rückblenden innovativ
    erzählt. Mit Cybermobbing wird ein sehr zeitgenössisches und
    gesellschaftlich relevantes Thema aufgegriffen, was zwar bereits viel
    bespielt, in diesem Fall für die Jury aber herausragend umgesetzt
    ist. Viviane Andereggen schafft in “Rufmord” mithilfe von
    symbolischen Bildern visuell hervorstechende Momente und überzeugt
    mit der Schauspielführung einer beeindruckenden Rosalie Thomass in
    der Hauptrolle.

    Impuls Preis (Preisstifter: ARD Degeto)
    Sophia Bierend und Johannes Dreibach (Filmuniversität Babelsberg
    Konrad Wolf) für ihr Exposé “Fett schwimmt oben”

    Begründung der Jury:
    Stella ist 12 Jahre alt. Sie ist schlau und hilfsbereit,
    freundlich zu jedermann. Sie ist verliebt in Nael, der Junge aus
    ihrer Klasse, den alle anderen auch ganz toll finden. Und Stella ist
    zu dick. Oder zumindest dicker als alle anderen. Aber dann tritt
    eines Tages ihre wunderbar dünne Tante Fabienne in Stellas Leben.
    FETT SCHWIMMT OBEN berichtet davon, was passiert, wenn eine
    verunsicherte 12-Jährige und ihre in allen Wassern der
    Selbstoptimierung gebadete, sehr schöne, aber auch sehr
    oberflächliche Tante gemeinsam auf eine Reise gehen: Sie wachsen
    aneinander.

    Das Exposé von Sophia Bierend und Johannes Dreibach begleitet das
    ungleiche Frauengespann, das durch die Brille der jeweils anderen
    persönliche Stärke entwickelt.

    Wir lernen neu, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt und
    wie langweilig das Streben nach Perfektion ist. Der freche, nicht
    immer politisch korrekte Schlagabtausch zwischen Nichte und Tante
    verspricht eine moderne und zugleich diverse Komödie, die der
    Leistungsgesellschaft eine Botschaft entgegenzusetzen hat: Sich
    selbst nicht zu ernst zu nehmen!

    Die beiden Autoren haben die Jury mit ihren liebevoll gezeichneten
    Figuren überzeugt und einem Thema, das in Zeiten von GERMANYS NEXT
    TOPMODELL und Instagram nicht aktueller sein kann.

    Der Studio Hamburg Nachwuchspreis wurde 1997 als erster Preis der Film- und Fernsehbranche zur Förderung von jungen, kreativen Talenten gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der wichtigsten Förderpreise in Deutschland. Quelle: Studio Hamburg

     

    Unsere Bilder auf dem rtn-media-server zeigen:
    Falk-Willy Wild, Katy Karrenbauer, Pinar Atalay, Bjarne Mädel, Karoline Schuch, Michael Lehmann, Johannes Zuell, Dietmar Klein, Jorge Gonzalez, Lukas Rieger, Jerry Kwarteng, Nova Meierhenrich, Sarah Victoria Schalow, Lilly Tscharntke, Andrea Luedke, Volker Lechtenbrink, Guel Ural-Aytekin, Christine Urspruch, Neda Rahmanian, Rhea Harder, Cheryl Shepard, Sandra Quadflieg, Valerie Stoll, Jana McKinnon, Milena Tscharntke, Guido Cantz, Gerit Kling, Stephan Luca, Linda Zervakis, Louis Klamroth, Simon Gosejohann, Pheline Roggan, Anja Antonowicz, Wanda Perdelwitz, Thomas Hayo