Katastrophenregion – Im Konvoi zu Einsatz

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    (rtn) „Aufstehen!“ hieß es um 4.30 Uhr im Lager der Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein in Windhagen an der A3 in Rheinland-Pfalz. Zum Teil hatten sie seit vielen Stunden auf genau diesen Moment gewartet, jetzt war er gekommen: der Einsatzauftrag für die Katastrophenregion. Die Stormarner Rettungskräfte und weitere Einheiten aus Schleswig-Holstein sind laut Angaben aus dem Lagezentrum der Einsatzkräfte ab 6 Uhr in die Region Adenau und Bad Neuenahr ausgerückt, bestätigt der Führungsstab in Windhagen.

    Dort gibt es Aufträge in verschiedenen Bereichen. In Adenau sind Kräfte zur Erkundung unterwegs. In Bad Neuenahr/Ahrweiler, das in einen unteren und oberen Einsatz-Bereich eingeteilt wurde, werden verschiedene Aufräum-, Sicherungs- und Bergungsarbeiten vorgenommen, heißt es aus Windhagen.

    Der mobile Führungsstab der Kräfte aus Schleswig-Holstein traf sich schon am frühen Morgen. Sascha Pomp, Rolf Dellwig, Kai Treptau, Patrick Böning, Carsten Kreutzfeldt planten und koordinieren die Einsätze der Einheiten im Katastrophengebiet. Dafür wird im Führungszelt der mobilen Leitstelle vor Ort modernste Kommunikations- und Planungstechnik genutzt.

    Im Bereich, in dem die Kräfte aus Schleswig-Holstein eingesetzt werden, stand das Wasser während des Höhepunkts des Hochwassers sieben Meter hoch, wird berichtet. Das Hochwasser sei zum Großteil abgeflossen, aber es sei noch an den Gebäuden zu erkennen, wo der Höchststand während des Unwettergeschehens war.
    Sascha Pomp aus dem Führungsstab vor der modernen, mobilen Planungs- und Kommunikationstechnik, mit der die Einsätze koordiniert werden.

    Zahlreiche Keller und Tiefgaragen seien voll Wasser gelaufen. In manchen Bereichen ist es bisher nicht auszuschließen, dass noch menschliche Leichen oder Tierkadaver gefunden werden könnten.

    Den Helfern steht daher auch eine psychologische Seelsorge zur Verfügung, wenn sie mit starken Eindrücken aus dem Einsatzgebiet zurückkehren könnten.
    Motiviert und erleichtert, jetzt praktisch anpacken zu können

    Die ehrenamtlichen Helfer und Retter aus dem nördlichsten Bundesland seien motiviert und zum Teil nach langer Wartezeit erleichtert, dass sie jetzt ganz praktisch helfen und anpacken können.

    Neben den Feuerwehren ist laut Information von vor Ort auch die SEG des Kreises Stormarn im Einsatz. Sie kümmert sich um die Versorgung von Anwohnern und Einsatzkräften mit warmem Wasser.

    Seit Eintritt der Hochwasserlage haben ungefähr 1000 Anwohner in dem betroffenen Einsatzbereich kein warmes Essen mehr herstellen oder bekommen können.

    Daher bereite die SEG-Betreuung jetzt entsprechende Speisen zu. Das passiert aus Hygienegründen außerhalb des Bereichs, in dem Wasser und Böden kontaminiert sein können.

    Aktuell wird außerdem durch das THW aus Schleswig-Holstein unter anderem versucht, ein Krankenhaus vorübergehend wieder funktionsfähig zu machen.

    Auch Brückenbaueinheiten des THW sind unterwegs, um eine funktionsfähige Behelfsbrücke zu erstellen. Damit gebe es dann zwei Brücken, um in die Katastrophenregion zu kommen.

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