Katastrophenschutzübung im Kreis Stormarn

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    Reinfeld (rtn) Damit im Ernstfall wirklich jeder Handgriff sitzt hat der Kreis Stormarn am Sonnabend im Gewerbegebiet der Gemeinde Wesenberg-Stubbendorf eine Katastrophenschutzübung mit 500 Einsatzkräften und siebzig Verletztendarstellern durchgeführt. Zum Glück war die “Bruchlandung” nur eine Übung, wie schnell ein Notfall eintreten kann hat der Zwischenfall gezeigt, bei dem vor ein paar Tagen ein Tornado-Kampflugzeug bei einem Übungsflug zwei Zusatztanks auf eine Feld und neben der vielbefahrenen A1 bei Pansdorf verlor.

    Bei der jetzt durchgeführten Katastrophenschutzübung stand das Szenario einer schweren Flugzeugkollision in der Luft und der anschließende Absturz einer Passagiermaschine und einem Frachtflugzeug im Mittelpunkt.

    Ziel der Übung war es das Zusammenspiel aller eingesetzten Rettungskräfte nach einem durch Landrat Dr. Henning Görtz ausgelösten Katastrophenalarm zu testen und die Zusammenarbeit mit dem Katastrophenschutz des Kreises Stormarn umzusetzten: “Wir sind gut, aber noch nicht perfekt, deshalb üben wir”, brachte es Amtswehrführer Bernd Link vor der Übung auf den Punkt.

    Laut Übungsablaufplan gingen um 10 Uhr die erste Notrufe bei der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe ein. Daraufhin wurden die örtlichen Feuerwehrkräfte, der Rettungsdienst, die Schnelleinsatzgruppen (SEG) und die Brandschutzbereitschaft alarmiert und zum Einsatzort geschickt.

    Bei Eintreffen der Feuerwehrleute aus Groß Wesenberg brannten Teile des Flugzeug und es kam immer wieder zu größeren Explosionen. Aufgrund dieser Rückmeldungen und einem möglichen Gefahrgutunfall wurden weitere Kräfte zum Einsatzort alarmiert, u.a. der Löschzug Gefahrgut Stormarn (LZG). Zusammen kümmerten sich alle beteiligten Einsatzkräfte um die Brandbekämpfung, die Menschenrettung, Technische Hilfeleistungen, Abtransport und Behandlung der insgesamt 55 Überlebenden der Bruchlandung. Nach einem “Einsatzdrehbuch” wurden die beteiligten Rettungskräfte abgerufen und eingesetzt.
    Geübt wurde die Brandbekämpfung unter erschwerten Bedinungen, die Wasserförderung über längere Wegstrecken, die Menschenrettung, die Erstversorgung und der Abtransport der Patienten, die technische Hilfeleistung und die Abarbeitung des Gefahrgutunfalls in Schutzanzügen und einer sich nach dem Einsatz anschließenden Dekontamination.

    Insgesamt wurde die Zusammenarbeit der Einsatzleitung mit den zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren, dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst mit der Technischen Einsatzleitung (TEL) geübt, ebenso die Zusammenarbeit und Schnittstelle zwischen der TEL und dem Katastrophenabwehrstab.

    Dabei wurden auch die “neuen fliegenden Augen” der Technischen Einsatzleitung eingesetzt und von Landrat Dr. Henning Görtz, Kreispräsident Hans Werner Harmuth, Kreisbrandmeister Gerd Riemann und dem Fachbereichsleiter Sicherheit und Gefahrenabwehr Andreas Rehberg an die TEL übergeben. Die Drohnen werden demnach ab dem 1. Oktober offiziell eingesetzt.

    Bei einer Schlussbesprechung dankte Landrat Dr. Henning Görtz allen ehrenamtlichen Übungsteilnehmern, die genau wie bei einem Realeinsatz ihre Freizeit opferten.

    Beteiligte Einheiten und Organisationen:
    Schnelleinsatzgruppe Sanität Stormarn
    Teile der Schnelleinsatzgruppe Sanität Herzogtum Lauenburg
    Modul MANV-Transport – Modul MANV-Patientenablage
    Schnelleinsatzgruppe Betreuung Stormarn
    Rettungsdienst-Verbund Stormarn
    Rettungsdienst Stormarn
    FF Groß Wesenberg
    FF Reinfeld
    FF Hamberge
    FF Ratzbek
    FF Stubbendorf
    FF Heidekamp
    1. Brandschutzbereitschaft Nord, Stormarn
    Technische Einsatzleitung Stormarn
    Katastrophenabwehrstab Kreis Stormarn
    Integrierte Regionalleitstelle Süd

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