Müll, Fäkalien und über 100 Katzen in Messie-Haus

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    Großhansdorf (rtn) Fäkalien, Müll vom Erdgeschoss bis in den Keller und ein bestialischer Gestank nach Ammoniak: Die Feuerwehr Großhandorf, das Kreisveterinäramt, die Amtstierärztin, das Gesundheitsamt des Kreises, das Ordnungsamt, der psychiatrische Notdienst des Kreises und Mitarbeiter verschiedener Tierheime rückten am Dienstag aus zu einem nicht alltäglichen Einsatz an einem Einfamilienhaus in Großhansdorf im Kreis Stormarn.

    Nachbarn hatten die Polizei gerufen, weil ständig zahlreiche Katzen in dem Messie-Garten unterwegs waren. Die Bewohner des Hauses, eine 70-Jährige und ihre 50-jährige Tochter, gaben an, fünf Katzen zu haben.

    Die Wirklichkeit sieht anders aus: Es gibt dort ein ganzes Katzenheer. Von über 100 Samtpfoten ist die Rede. Offenbar liegen auch Katzenbabys, noch mit Nabelschnur, in den Bergen von Unrat. Blanke Elektrokabel hängen von den Decken. Es gibt kein Licht im Haus. 40 der Katzen wurden zunächst aus dem Haus geholt und per Transportkörben und -behältern in verschiedene Tierheime gebracht.

    Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf mussten unter Atemschutz das Haus betreten, um die Leitungen zu sichern und Messungen in dem Gebäude vorzunehmen.  Erst als gesundheitliche Gefahren ausgeschlossen werden konnten, durften Tierheim-Mitarbeiter mit dem Einsammeln der Katzen fortfahren.
    Sogar der Löschzug Gefahrgut rückte an und brachte Schutzanzüge für die Feuerwehrleute und Helfer herbei. Einen davon zog Bürgermeister Janhinnerk Voß über, der telefonisch auf dem Laufenden gehalten worden war und sich dann ein Bild vor Ort machte: “Ich gehe da jetzt mal rein. Mal sehen, wie weit ich komme.” Als der Bürgermeister das Haus wieder verließ, sagte er: “Verflixt – mich hat eine Katze gebissen”. Erst nach dem Besuch in der Parklinik Manhagen und einer frischen Tetanus-Impfung kehrte er zum Haus zurück.

    Mutter und Tochter waren zunächst vor Ort, hatten sich dann aber entfernt und konnten bis zum Abend nicht angetroffen werden. In einer Pressemitteilung will sich der Kreis Stormarn am Mittwoch zu den Vorgängen im Haus äußern.

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