(rtn) Nach der Schließung des Hafens Friedrichskoog will Ministerpräsident Daniel Günther gemeinsam mit Kommunalpolitikern und Bürgern nach neuen Perspektiven für den rund 2.600-Einwohner-Ort im Kreis Dithmarschen suchen.

 

Begleitet wird Günther auf einer dazu für den 9. September (Sonnabend) in der Nordseegemeinde verabredeten Bürgerversammlung von den Ministern für Umwelt und Wirtschaft, Dr. Robert Habeck und Dr. Bernd Buchholz. Moderator der Veranstaltung ist der Landrat des Kreises Dithmarschen, Dr. Jörn Klimant. Günther hatte die Gesprächsrunde bei einer Begegnung vor der Landtagswahl zugesagt. „Dieses Versprechen werde ich nun einhalten“, sagte er.

„Mir ist klar, dass die Schließung des Landeshafens einen tiefen Einschnitt für die Gemeinde bedeutet“, sagte der Ministerpräsident. Gleichwohl müsse der Blick nun nach vorn gehen. Rückwärtsgewandte Diskussionen machten keinen Sinn, sagte Günther im Vorfeld der Bürgerversammlung. Unbefriedigend sei es, dass seit dem Beschluss über die Schließung des Landeshafens vor sieben Jahren bei der touristischen Weiterentwicklung sichtbar nicht viel passiert ist. „Das muss sich ändern und das wird sich ändern“, so Günther. Das Land sei bereit, den notwendigen Veränderungsprozess in der Gemeinde „in jeder Hinsicht konstruktiv voranzutreiben“.

Weiter vorangetrieben wird zudem die Modernisierung der Seehundstation. So wurden bereits 800.000 Euro unter anderen für den Umbau der Quarantänestation, die Errichtung einer Photovoltaikanlage und Planung der Erweiterung investiert. Insgesamt stellt das Land 6,5 Millionen Euro Fördergelder bereit. Hinzu kommen 2,89 Millionen Euro, die das Land bereits jetzt direkt für den Umbau und die Modernisierung der Salzwasserversorgung aufgewendet hat. „Die Seehundstation ist ein Besuchermagnet, ihre Erweiterung wird die Anziehungskraft des Ortes sichern, vorausgesetzt die Gemeinde will diesen Weg gehen. Dann gibt es auch die Chance, die touristische Attraktivität zu erhöhen“, sagte Minister Robert Habeck. 

Günther zeigte sich wie seine Kabinettskollegen Habeck und Buchholz überzeugt, dass Friedrichskoog abseits des über Jahrzehnte für das Land hochdefizitären Hafenbetriebs große Entwicklungspotenziale habe. Dies gelte etwa für den Tourismus. „Wir wollen die Gemeinde fit machen für die Zukunft. Es ist jetzt vor allem an der Gemeinde, sich für ein Zukunftskonzept zu entscheiden “, sagte der Ministerpräsident und fügte hinzu: „Lassen Sie uns die Chancen gemeinsam nutzen“. Er freue er sich auf eine konstruktive Diskussion.

Wirtschaftsminister Buchholz hob hervor, dass sich in Friedrichskoog mit Blick auf das direkte Hafenumfeld zwei bedeutende touristische Projektideen entwickeln: eine Promenade am Hafenbecken und eine Verbindungsbrücke zwischen der Indoor-Spieleinrichtung „Wal“ und der Seehundstation. „Beide Vorhaben sind sehr gut geeignet, die Attraktivität des Ortes zu stärken. Wir sind bereit, die Vorhaben aus touristischen Fördermitteln finanziell zu unterstützen. Wir würden die Förderquote von den üblichen 60 Prozent aufgrund der besonderen Situation in Friedrichskoog sogar auf 90 Prozent aufstocken“, so Buchholz. Lege man die bisherigen Kostenschätzungen zugrunde, würde sich das Land mit insgesamt knapp 3,1 Millionen Euro an beiden Vorhaben beteiligen. Quelle: Landesregierung SH



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