(rtn) Jahrelang schwelte der Streit um besetzte Häuser an der Hamburger Hafenstraße. Am 19. November 1987 beendet das "Dohnanyi-Ehrenwort" den teils gewalttätigen Konflikt.



Der Konflikt drehte sich um insgesamt zwölf Häuser, gebaut um das Jahr 1900, mit schmucken Fassaden und Blick auf die Elbe. Allerdings sind die Gebäude, die am Hafen zwischen Reeperbahn und Landungsbrücken liegen, völlig heruntergekommen und sanierungsbedürftig. Ein Teil der Häuser sollte aufgrund eines Baugutachtens, das die Unbewohnbarkeit der Gebäude feststellte, abgerissen werden. Ende 1981 wurden die Häuser während einer Silvesterparty „schleichend besetzt“

Im Frühjahr 1982 ließ die SAGA die Häuser räumen; zwei Tage später wurden diese von Besetzern „instandbesetzt“. Es kam zu weiteren Auseinandersetzungen, als die SAGA das Erdgeschoss eines der Häuser zumauern ließ und Unbekannte den Eingang der SAGA-Verwaltung in Altona zumauerten. Die Bewohner forderten Verhandlungen um einen Nutzungsvertrag; es kam zu einer Vereinbarung über eine „Winterfestmachung“ und zur Reparatur der Elektrik in den Häusern.

Im Januar 1985 wurden zur Unterstützung des Hungerstreiks von RAF-Gefangenen brennende Barrikaden auf der Hafenrandstraße errichtet. Einige Vertreter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, der Innen- und der Baubehörde begannen an einem Plan zur Räumung der Häuser zu arbeiten. Im März wurde die Begehung der Häuser unter Polizeischutz erzwungen. Die HEW kappten mehrere Stromanschlüsse wegen nicht bezahlter Rechnungen, die Polizei macht Durchsuchungen wegen mutmaßlicher Teilnahme von Personen an kriminellen Handlungen.

Über Jahre flammen die Streitigkeiten immer wieder neu auf. Für manchen Hamburger wirkt die Hafenstraße fast wie ein rechtsfreier Raum, der Angst machte.

Im Frühjahr 1987 kam es zu mehreren koordinierten, teils militanten Aktionen an verschiedenen Orten in Hamburg. Im Sommer gelang die offizielle Wiederbesetzung der geräumten Wohnungen. Die Befestigung der Häuser gegen die anstehende Räumung sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit zugunsten einer vertraglichen Lösung bestimmten fortan den Alltag in den Häusern. Während einer Demonstration zur Unterstützung der Besetzung ging der Piratensender „Radio Hafenstraße“ auf Sendung. Als im November 1987 die laufenden Verhandlungen um einen neuen Vertrag zwischen Bewohnern und dem Senat der Freien und Hansestadt Hamburg beiderseitig als gescheitert angesehen wurden, errichteten Bewohner und Unterstützer Barrikaden um die Häuser. Die Besetzer bauten Stahltüren in die Häuser ein, verschweißten und verbarrikadierten die Fenster im Erdgeschoss, versperrten die Treppenhäuser und sicherten die Dächer mit Nato-Stacheldraht.  5000 Polizisten standen zur Stürmung des Geländes bereit. Ein Kompromiss wurde schließlich unter Federführung des Ersten Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi erreicht: Ein neuer Vertrag wurde unterzeichnet, die Barrikaden wurden abgebaut und es kam nach einem 24-stündigen Ultimatum zu einer friedlichen Lösung, für die von Dohnanyi später mit der Theodor-Heuss-Medaille geehrt wurde. Quellen: ndr,rtn, wikipedia



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