(rtn) Politiker aus Deutschland und der Türkei haben 25 Jahre nach den ausländerfeindlich motivierten Brandanschlägen von Mölln der Opfer gedacht.

 

Die Feierlichkeiten begannen am Donnerstag mit einem Gebet in der Moschee der südlich von Lübeck in Schleswig-Holstein gelegenen Kleinstadt. Mitglieder der muslimischen und der christlichen Gemeinde erinnerten an die drei Todesopfer und neun Verletzten.

Innenstaatsskretär Torsten Geerdts, hat der Opfer und der Verletzten der Brandanschläge in Mölln vor 25 Jahren gedacht. Zwei Männer hätten am 23. November 1992 ein grausames Verbrechen begangen. Für ihre Taten seien sie bestraft worden, so Geerdts: „Doch keine Strafe kann das Leid ungeschehen machen, das sie über die betroffenen Familien gebracht haben.“


Bei den Brandanschlägen in der Ratzeburger Straße und der Mühlenstraße in Mölln waren vor 25 Jahren Bahide Arslan und ihre Enkelinnen Yeliz Arslan und Ayșe Yilmaz ums Leben gekommen. „Das Gedenken an die Opfer wird niemals ruhen. Auch heute noch machen uns die Ereignisse von damals fassungslos. Ich danke den Angehörigen und Familien der damals verletzten und getöteten Menschen für ihre Kraft, abermals der Geschehnisse öffentlich zu gedenken“, erklärte der Staatssekretär.


Getroffen habe diese Tat, laut Geerdts, auch diejenigen, die unbeteiligt und doch betroffen gewesen seien. Bis heute seien der Schock und die Trauer spürbar: „Indem wir uns gemeinsam erinnern, würdigen wir die Opfer. Mit diesem Gedenken setzen wir aber vor allem ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit und Intoleranz, gegen den Hass, der Unschuldige zu Opfern machte und immer wieder macht.“


Viel sei nach den tragischen Verbrechen geschehen, so Geerdts. In den staatlichen Strukturen sei polizeiliche Prävention mittlerweile fest verankert. Nicht-Begegnung und Nebeneinander seien durch Kennenlernen und Miteinander ersetzt worden. Durch die vielen Bemühungen der vergangenen 25 Jahre seien Brücken gebaut  worden.
„Für Menschen aus der ganzen Welt ist Deutschland ein Land der Rechtsstaatlichkeit, der Sicherheit und der Offenheit. Deshalb haben wir alle mit Entsetzen das Erstarken der rechtsradikalen Kräfte in der jüngsten Vergangenheit beobachtet. Es macht geradezu sprachlos, mit welcher Infamie intolerante und diskriminierende Vertreter dieser Bewegung unser Miteinander zu spalten versuchen. Wir ächten jede Form solcher menschenverachtenden Gesinnung und wir bekämpfen sie.“


Es sei Aufgabe und Pflicht der Gesellschaft, grauenvolle Nächte, wie die vom 23. November 1992 in Mölln, zu verhindern, so Geerdts: „Lassen sie uns diesen Tag der Trauer und des Gedenkens als einen Tag begreifen und begehen, der die Stärke unserer Gesellschaft sichtbar macht. Wir alle müssen die mutigen Bürger sein, die hinschauen, wenn unser vielfältiges, demokratisches Miteinander gefährdet ist. Wir müssen allen Formen des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit entgegentreten.“



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