(rtn) Blaulichter zuckten durch die Nacht, Rauchmelder piepten und dichter Rauch zog aus dem Heizungskeller bis in das achte Stockwerk empor. Nach einer Verpuffung im Heizungsraum der Lungenklinik kam es am späten Donnerstagabend zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte in Großhansdorf. So täuschend echt war das Szenario, daß die Feuerwehrleute und Retter sehr schnell vergaßen, dass es "nur" eine Übung war.

Mehrere Menschen wurden durch Rauchgase verletzt und lagen auf den Fluren der Klinik über mehrere Stockwerke verteilt. Im Heizungskeller wurden drei Haustechniker vermisst und das Schlimmste befürchtet. Unter Atemschutz machten sich mehre Angriffstrupps zunächst auf den Weg in den Keller, fanden dort die Verletzten in mehren Räumen und brachten zwei Männer und eine Frau in Sicherheit. Keine leichte Aufgabe bei fast Null Sicht und der Schlepperei durchs Treppenhaus. Parallel wurde außerhalb der Klinik die Drehleiter der FF Ahrensburg zur Sicherheit bereitgestellt. Laut Alarmplan wurden von der Rettungsleitstelle Bad Oldesloe (IRLS Süd) weitere Rettungskräfte zur Evakuierung und Menschenrettung alarmiert.

Bei der sehr realistisch aufgebauten Übung wurde die personelle Verfügbarkeit der eingeplanten Rettungskräfte und das Zusammenspiel mit dem Klinikpersonal auf die Probe gestellt. Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Klaus F. Rabe sagte danach: "Es ist schon ein Schreck in der Abendstunde, da geht einem der Puls ganz schön hoch". Sehr schnell werde klar, daß man als Gruppe funktionieren muss, das habe gut geklappt und es wurden keine groben Fehler gemacht. In einer Manöverkritik erwarte er von allen Beteiligten ein offenes Wort, damit vorhandene Notfallpläne gegebenenfalls ergänzt werden könnten. "Wir haben alle gelernt und ich bin froh, daß es vorbei ist."

"Alle Verletzten wurden schnell gefunden, gerettet und in Sicherheit gebracht", so Gemeindewehrführer Andreas Biemann bei der anschließenden Manöverkritik im Führungskreis. "Kleine Fehler passieren immer, deshalb über wir ja. Lieber einen Fehler bei einer Übung bemerken, als dann, wenn wirklich jede Sekunde zählt!"  Gleichzeitig bedankte der Wehrführer sich bei den Teilnehmern der Übung. Danach wurde für die eingesetzten Retter vom ASB-Betreungszug Stormarn mit Getränken und einem Abendessen versorgt.

 

Initiiert wurde die Übung von der LungenClinic Grosshansdorf, die Stormarner Rettungskräfte nahmen die Gelegenheit gerne wahr, einen solchen Großeinsatz zu üben. Ganz nach dem Motto "Gemeinsam für die Sicherheit in Großhansdorf" bereitete in den Wochen zuvor ein enger Mitarbeiterstamm der Klinik unter Führung der kaufmännischen Geschäftsführerin Susanne Quante sowie die jeweiligen Leitungen der Rettungskräfte unter strikter Geheimhaltung den Übungsfall vor.


"Krankenhäuser kennt man als sichere Orte, zu denen bei Unfällen die Verletzten gebracht werden. Wir wollten mit der Übung testen, wie gut wir als Krankenhaus in einer eigenen Katastrophensituation funktionieren, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein", so Susanne Quante.

Mit dem Ablauf der Übung ist sie zufrieden: "Sowohl unsere Mitarbeiter als auch alle Rettungskräfte haben sehr gut gehandelt. Das Wichtigste war, die Patienten in Sicherheit zu bringen, was gut funktionierte. Die detaillierte Analyse besprechen wir im Nachgang, um mögliche Optimierungsmaßnahmen auch zeitnah umzusetzen. Die Übung hat uns auch bestätigt, dass man solche Situationen für den Ernstfall immer wieder proben muss."

Die LungenClinic Grosshansdorf ist eine international anerkannte Fachklinik für sämtliche Erkrankungen der Lunge und Atemwege. Als norddeutsches Thoraxzentrum versorgt sie jährlich rund 12.000 Patienten stationär und ambulant in den Schwerpunkten Pneumologie, Onkologie, Palliativmedizin, Thoraxchirurgie und Anästhesie. Das Haus ist das einzige von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Lungenkrebszentrum im Raum Hamburg und Schleswig-Holstein und einziges in Schleswig-Holstein zertifiziertes Weaningzentrum nach der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP).

 

Außerdem wurde es 2017 als eines der ersten Häuser in Europa von der European Respiratory Society (ERS) als Training Centre in Respiratory Medicine zertifiziert. Darüber hinaus ist die LungenClinic Grosshansdorf ein Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) und nimmt damit eine führende Rolle in der Erforschung und Anwendung neuester medizinischer Erkenntnisse ein. Nicht zuletzt blickt die Fachklinik dabei auf fast 120 Jahre Geschichte.

Eingesetzt waren bei der Übung zirka 200 Personen, Darstellerinnen und Darsteller, Betreuerinnen und Betreuer, Beobachterinnen und Beobachter, FF Großhansdorf, FF Ahrensburg, Leitender Notarzt (LNA), mehrere Notärzte, Ärztlicher Direktor Prof. Rabe, Ärzte der Klinik, Klinikpersonal, Rettungsdienst, Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß, Kreisbrandmeister Gerd Riemann, Technische Einsatzleitung Stormarn (TEL), Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, SEG-Stormarn, DLRG Stormarn,
1. Sanitätsgruppe des DRK Stormarn, Malteser Hilfsdienst, ASB RV Stormarn-Segeberg, 3. Betreuungsgruppe des ASB Stormarn, das Kreisordnungsamt Stormarn und die Polizei



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