(rtn) Auf die Besonderheiten eines Rettungseinsatzes auf dem geplanten E-Highway zwischen Reinfeld und Lübeck haben sich am Sonnabend auf der A1 erneut rund fünfzig Feuerwehrleute der betroffenen freiwilligen Wehren FF Reinfeld, FF Bad Oldesloe und der Berufsfeuerwehr Lübeck vorbereitet: "Wir lernen qualifizierte und vor allem gefahrlose Hilfe, wenn andere unsere Hilfe brauchen", brachte Gemeindewehrführer Gerd-Heinrich Riemann die Sicherheitsunterweisung auf den Punkt. Mit Video

 

"Wenn es bei der Rettung um Sekunden oder Minuten geht, ist es wichtig, dass jemand ganz schnell bei der Stromversorgung den Stecker zieht. Wir werden von der Integrierten Regional Leitstelle Süd alarmiert. Die IRLS Süd ist angehalten sich sofort mit der E-Highway-Leitstelle in Schwerin in Verbindung setzten. Im besten Fall wird abgeschaltet, bevor wir an der Unfallstelle eintreffen. Sollte das Abschalten aus der Ferne nicht funktionieren, kann die Oberleitung auch vor Ort von den Rettungskräften spannungsfrei geschaltet werden. Das gibt uns noch mehr Sicherheit", betont Gerd-Heinrich Riemann.

 

Zwei Dozenten vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel unterweisen in insgesamt drei mehrstündigen Schulungen die Feuerwehren über die besonderen Anforderungen bei Rettungsarbeiten unter einer Stromtrasse und erläutern die Prioritäten im Feldversuch: Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, Sicherheit von Rettungskräften und Leichtigkeit des Verkehrs: "Unsere Wünsche wurden im Planungsverlauf alle berücksichtigt, sagt Gerd-Heinrich Riemann. "So hatten wir eine ständig besetzte Leitstelle für die Stromautobahn gefordert. Außerdem wollten wir selbst den Strom abschalten können, und mit Spannungsmessern ausgestattet sein. Alles wurde bisher umgesetzt, so daß es nichts zu beanstanden gibt. Der genaue Ablauf der Abschaltung wird aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich gemacht," sagt Gerd-Heinrich Riemann: "Wichtig für die Rettungskräfte ist, dass es geht!"

Zusätzlich werden die zuständigen Polizeidienststellen, die Autobahnmeisterei und die Bergungsfirmen und Pannenhelfer in gesonderten Schulungen auf dem E-Highway eingewiesen.

"Die gesamte Anlage, vergleichbar zur Technik von Straßenbahnen oder Oberleitungs-Bussen, wird  von einer rund um die Uhr besetzen Leitstelle in Schwerin überwacht", erklärt Arndt Grote, Projektmitarbeiter des Forschungs- und Entwicklungszentrums (FuE) der Fachhochschule Kiel. "Diese kontrolliert die verschiedenen Sensoren-, Schalt- und Anlagenzustände und gewährleistet die Sicherheit des Systems ggf. per Fernbedienung. Eine manuelle Abschaltung des Systems kann zudem von der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS Süd) Bad Oldesloe jederzeit angefordert werden.

Nach Angaben der Fachhochschule Kiel gibt es zur Sicherheit ein automatisches und ein passives Sicherheitssystem. Eine Abschaltung des Systems beinhaltet immer das Freischalten, Kurzschließen und Erden der gesamten Anlage sowie die Sicherung gegen unbefugtes Wiedereinschalten.

Beim automatischen System werden die elektrischen Systeme werden durch Sensoren überwacht, die bei unzulässigen Zuständen eine Abschaltung der Anlage auslösen. Zudem wird das mechanische Kettenwerk permanent überwacht. Schwingungen außerhalb von zulässigen Parametern oder ein Riss im Kettenwerk führen ebenfalls zur sofortigen Systemabschaltung. Gleichzeitig wird immer die Leitstelle benachrichtigt, die bei Bedarf weitere Maßnahmen einleitet.

Zum Schutz der Verkehrsteilnehmer wird beim passiven System für den unwahrscheinlichen Fall des Fahrdrahtrisses der Hängerabstand so gewählt, dass Drahtenden nicht in den befahrenen Verkehrsraum hineinragen können. Zudem wird für den Feldversuch entlang des kompletten Streckenabschnitts ein passives Rückhaltesystem an der Leitplanke installiert, wodurch die Gefahr eines Mastanpralls durch einen von der Straße abkommenden Verkehrsteilnehmer reduziert wird.

Im Rahmen des Feldversuches (FESH) wird auf der BAB 1 zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck der E-Highway, ein Oberleitungssystem für schwere Lastkraftwagen, errichtet und im Realbetrieb getestet. Das Ziel des Feldversuches ist, dieses System technisch, ökologisch, ökonomisch und unter Verkehrsgesichtspunkten zu bewerten, um der Politik Entscheidungsgrundlagen für einen möglichen Ausbau zu liefern.



rtn media ID: 34008


Bad & Heizung! - Werner Weidenbecher e. K. | Badsanierung | Hamburg
Nur für Redaktionen!

» Zugang registrieren | » Passwort vergessen

S + P Sonnenschutztechnik

Erfrischende Werbung

Werbung:

Baufinanzierung:
Günstige Baufinanzierung online
oder mit Beratung vor Ort.
Baufi24 Baufinanzierung

Umzug:
Ihr Umzug in den besten Händen. Jetzt unverbindlich und kostenlos informieren.
Umzugsspedition Jan Bode

© 2009 - 2019 *rtn - radio tele nord TV- und Fotoagentur. Alle Rechte vorbehalten.