Großhansdorf (rtn)  Sie ist 16 Jahre alt, nur 1,52 Meter groß und krank: Diana Rubin. Die Schülerin kommt aus der Ukraine, ist in der Nähe des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl aufgewachsen. Dort, wo am 26. April vor 33 Jahren ein Reaktor explodierte und große Teile ihrer Heimat radioaktiv verseuchte. Seit ihrer Geburt leidet sie an Skoliose, einer Verdrehung und seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule.

"Bereits in frühen Jahren hätte sie ein Korsett tragen müssen", berichtet Wulf Garde, vom Vorstand des Stormarner Vereins "Pryvit - Hilfe für Tschernobyl-Kinder." Auf Initiative des Vereins kam das Mädchen jetzt nach Deutschland und hofft darauf, dass man ihr hier helfen kann. Ob ihre Krankheit eine Spätfolge der Explosion des Atomreaktors ist, kann man mit Sicherheit nicht sagen.

Aber auch unabhängig davon: "Ihr größter Wunsch ist eine Operation der Wirbelsäule, die unbehandelt droht, eines Tages ihr Herz und ihre Lunge einzuquetschen", so Garde. "Bereits seit Ende Februar ist der Teenager in Norddeutschland, die Voruntersuchungen für eine mögliche Operation sind indes abgeschlossen. Allerdings: Eine OP der Wirbelsäule ist gefährlich und in ihrem Alter fast unmöglich. Es besteht sogar die Gefahr, dass sie anschließend querschnittsgelähmt sein könnte."

Aber das Risiko will Diana Ruban in jedem Fall eingehen, eine schriftliche Erlaubnis ihrer Mutter zur Operation kam in diesen Tagen beim Verein Pryvit an. Bis zum erhofften Happy End ist aber noch ein langer Weg. Denn obwohl die behandelnden Ärzte des Skoliosezentrums Prof. Dr. Henry Halm (Chefarzt) und Dr. Uwe Platz in Neustadt/Holstein, auf ihr Honorar verzichten, müssen noch weitere rund 30.000 Euro für Krankenhauskosten und ein noch nicht bekannter Betrag für die notwendige medizinische Rehabilitation finanziert werden.

Erst dann kann die notwendige Behandlung beginnen: "Das ist ein Betrag, den Pryvit allein nicht stemmen kann", sagt Wulf Garde, der deshalb auf zahlreiche Spender für die junge Frau hofft. Trotz der ungewissen Finanzierung ist Diana Ruban auf jeden Fall optimistisch. Sie plant schon, nach ihrer Genesung in Kiew Informatik zu studieren und macht sich große Hoffnungen, dass das auch klappt.

Die Mitglieder vom Verein "Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder" laden einmal im Jahr bis zu 20 Kinder aus der Ukraine nach Großhansdorf ein. Sie organisieren und finanzieren das Programm für den Urlaub über Spenden. Meist im Februar reist Wulf Garde mit einer Delegation in die Ukraine um dort persönlich zu entscheiden, welche Kinder die Hilfe am nötigsten brauchen. Maßstäbe sind hier die gesundheitliche Verfassung und die sozialen Lebensumstände.

Die Kinder kommen aus ärmsten Verhältnissen und ihre Familien können sich kaum gesundes Essen leisten. Sie ernähren sich vor allem aus dem Eigenanbau - das heißt was an diesem Ort die Existenz der Menschen sichert, ist radioaktiv verseucht. Viele der Kinder haben durch die Reaktorkatastrophe ihre Angehörigen verloren. Sie leben in verschiedenen Dörfern in der sogenannten 2. Zone. Diese Zone umfasst Gebiete, deren Boden durch Radioaktivität stark kontaminiert ist.

 

Der Verein "Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder" organisiert die jährlichen Erholungsreisen, und auch mehrere Arztbesuche in Stormarn. Begleitet werden die Kinder von einer Lehrerin, einem Arzt und Studenten die als Dolmetscher eingesetzt sind. Neben Bürgermeister Janhinnerk Voß und der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf unterstützen viele Großhansdorfer Geschäftsleute, die Parkklinik Manhagen sowie der Lions-Club und Round Table Ahrensburg den Verein. Die Kinder sind im Schullandheim Erlenried untergebracht.

Der Verein "Pryvit – Hilfe für Tschernobyl-Kinder" wurde im vergangenen Jahr mit dem Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung Region Ahrensburg ausgezeichnet. Landtagspräsident Klaus Schlie hob in seiner Laudatio im Bargteheider Stadthaus das Ehrenamt hervor: Die Ehrung zeige, dass das Engagement in der Gesellschaft auch wahrgenommen werde, betonte Schlie: "Sie zeigen innere Haltung, Zusammenhalt und Zuwendung. Sie sind einfach großartig." Das sei wertvoll und unbezahlbar.  

Wer an den Verein Verein "Pryvit - Hilfe für Tschernobyl-Kinder" spenden möchte, kann sich online unter der Adresse www.pryvit.de informieren, oder Informationen unter pryvit@web.de anfordern.

Direkte Spenden sind möglich an:
Hamburger Sparkasse
IBAN DE16 2005 05501241 1508 28
BIC HASPDEXXX
Stichwort : Spende PRYVIT

Unsere Bilder auf dem rtn-media-server zeigen:  Diana Rubin © Pryvit und © rtntvnews

 

 



rtn media ID: 34098


Bad & Heizung! - Werner Weidenbecher e. K. | Badsanierung | Hamburg
Nur für Redaktionen!

» Zugang registrieren | » Passwort vergessen

S + P Sonnenschutztechnik

Werbung:

Baufinanzierung:
Günstige Baufinanzierung online
oder mit Beratung vor Ort.
Baufi24 Baufinanzierung

Umzug:
Ihr Umzug in den besten Händen. Jetzt unverbindlich und kostenlos informieren.
Umzugsspedition Jan Bode

© 2009 - 2019 *rtn - radio tele nord TV- und Fotoagentur. Alle Rechte vorbehalten.