Prozess um Tod eines Kindes wird möglicherweise eingestellt

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    Ahrensburg (dpa/lno) – Im Prozess um den drei Jahre zurückliegenden Unfalltod eines Zweijährigen hat die Richterin eine Einstellung des Verfahrens ins Gespräch gebracht. In der bisherigen Hauptverhandlung sei klar geworden, dass die angeklagte Erzieherin nicht die alleinige Verantwortliche für den Tod des Kindes gewesen sei, sagte die Richterin am Montag. Der Zweijährige war bei einem Kita-Ausflug im Juli 2016 auf dem Gelände eines Jugendheims in Hoisdorf im Kreis Stormarn in einen Teich gefallen und ertrunken. 

    Eine Kita-Gruppe aus Hamburg, mit sieben Betreuern und 19 Kindern im Alter von 1- 7 Jahren hatte beabsichtigt in einem Hoisdorfer Jugendheim zu übernachten. Die Kinder spielten auf einem Fußballfeld, das unmittelbar an den See grenzt. Der See ist am Ufer mit so genanntem Entenflott bedeckt, so dass der Übergang von der Rasenfläche zum See nicht gut erkennbar ist.

    Um 17.39 Uhr ging ein Notruf bei der Regionalleitstelle der Polizei ein. Es wurde mitgeteilt, dass ein zweijähriges Kind vermisst wird. Daraufhin wurden mehrere Streifenwagenbesatzungen zum Einsatzort entsandt. Außerdem waren vier Freiwillige Feuerwehren, die Besatzung eines DLRG-Bootes sowie die Rettungshundestaffel des Kreises zur Suche eingesetzt.

    Gegen 20.10 Uhr wurde der 2-jährige Junge im See leblos gefunden. Eine durchgeführte Reanimation durch einen Notarzt blieb erfolglos, so dass nur noch der Tod festgestellt werden konnte.

    Die Staatsanwaltschaft wirft der 33 Jahre alten Erzieherin vor, den Tod des Kindes durch Verletzung ihrer Aufsichtspflicht fahrlässig verschuldet zu haben. Sie war eine von insgesamt sieben Betreuern, die die 20 Kinder im Vorschulalter begleitet hatten. Der Prozess wird am 15. Juli fortgesetzt. Dann soll möglicherweise entscheiden werden, ob das Verfahren gegen die 33-Jährige eingestellt wird. Quelle: dpa/rtn

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