Reinbek: Festakt für neue Drehleiter

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    (rtn) Bengalisches Feuerwerk, Luftballons in den Landesfarben, Blaulicht sowie jede Menge Nebel sorgten für die passende Atmosphäre für die offiziellen Drehleiter-Übergabe und -Präsentation bei der Freiwilligen Feuerwehr Reinbek. Die alte Drehleiter wurde dabei zunächst feierlich bei der Integrierten Leistelle Süd (IRLS) auf „Status 6 – außer Dienst“ gestellt. Sie wird jetzt keine Einsätze mehr fahren und soll verkauft werden. Anschließend wurde das neue Einsatzfahrzeug direkt als „Status 1 – nicht belegt und einsatzklar“ gemeldet.

    Die Wehrführung aus Glinde mit Michael Weidemann, Andre Rheinsberg und Sascha Winterfeld war bei der Zeremonie ebenfalls zu Gast.

    Und das nicht nur um Gemeindewehrführer Oliver Selke, Bürgermeister Björn Warmer sowie Ortswehrführer Hans-Jörg Haase und seinem Stellvertreter Nico Jenewein zu gratulieren. Die Glinder Wehr hatte die eigene Anschaffung einer Drehleiter mit den Reinbeker Kameraden zusammen geplant. Initiiert hatten diese Idee der Glinder Gemeindewehrführer mit dem Reinbeker Ortswehrführer aufgrund ihrer ohnehin guten kooperierenden Zusammenarbeit.

    Der Weg zur gemeinsamen Anschaffung war zeitintensiv und basiert auf der Initiative einer gemeinsamen Fahrzeugbeschaffung.

    Im Sommer 2017 bildeten sich Planungsteams innerhalb beider Wehren, um die Drehleitern zu konzipieren und zu konfigurieren. Auf diese Weise bündelten beide Wehren das Know-how der Gerätewarte und weiterer Experten, die im Alltag mit den Fahrzeugen arbeiten. Nachdem verwaltungsseitige Ausschreibungen erfolgten und schließlich die politischen Vertreter der beiden Städte die Finanzmittel in den Haushalten bewilligten, gab es Mitte 2020 grünes Licht für die Bestellung und den Bau der MAN-Fahrgestelle mit Rosenbauer-Aufbauten.

    Die zeitgleiche Anschaffung zweier Drehleitern sorgte für jeweils 30 Prozent Ersparnis bei der Beschaffung. Rund 931.000 Euro beträgt der Preis trotzdem noch für jede Drehleiter, den die Städte Reinbek und Glinde jeweils als Träger der Feuerwehr zur Sicherstellung des Brandschutzes aufwenden mussten.

    Angeschafft wurde jeweils eine hochmoderne Drehleiter mit Korb, Typ L32A-XS auf MAN-Fahrgestell. Das Gewicht beträgt stolze 16 Tonnen und der Motor verfügt über kräftige 320 PS.

    Zahlen, Daten Fakten zu den beiden neuen Drehleitern
    Bezeichnung: Drehleiter mit Korb, Typ L32A-XS auf MAN-Fahrgestell. Gewicht 16 Tonnen, 320 PS. Aufbau Rosenbauer

    Besondere Merkmale
    Korb: Multifunktionaler Arbeitskorb mit Nutzlast 500 Kilogramm – Fünf Personen
    Aufnahme für Schwerlast-Krankentage und normale Krankentrage
    Aufnahme für elektrischen Druckbelüfter
    Aufnahme für Schuttmulde
    Aufnahme für Sägewerkzeuge
    Aufbau einer Wärmebildkamera
    Aufbau eines vollelektronischen Werfer inklusiv paralleler Beleuchtung zur Nutzung des Korbs ohne Personal
    Integrierte Waserdüsen zum Eigenschutz der Feuerwehrleute
    Vierfach-Einstieg durch Zugangsmöglichkeiten an den Seitenwänden des Korbs

    Leitersatz
    Fünfteiliger Leiterpark mit Gelenkarm zum Einsatz bei abgewandten Dachseiten oder zurückliegenden Gauben inklusiv Kamera-Überwachug für Personal und Anleitererrichtung

    Innovative Beleuchtungsanordnungen in LED-Technik an Aufstellstützen, unterhalb des Leiterparks sowie am Podium. Hinderniserkennung durch Scheinwerferanordnung in vertikaler Richtung

    Festmontiertes Aluminium-Rohr mit flexiblem Verbindungsschlauch zur Nutzung des Werfers im obersten Leitersatzsegments

    Diverse, fest verbaute Lastösen an Lafette und Leitersatz

    Installiertes CAN-Bussystem mit diversen Spezialfunktionen wie Rückholfunktion, vertikales Rettungssystem (VRS) und Anleiter-Zielsystem (TMS Target Memory System)

    Diverse Kameras zur Überwachung des Drehleiterbetriebs, u. a. die Funktion einer Wärmebildkamera im Korbbereich

    Die alte Reinbeker Drehleiter wurde am Montagabend unter Applaus nach 20 Jahren zuverlässigem Dienst in den Ruhestand verabschiedet. Kinder der Kita „Weltensegler“ hatten extra ein kleines „Danke“ Schild gebastelt.

    Begonnen hatte die Zeremonie mit einer Schweigeminute für die in der Hochwasserregion verstorbenen Feuerwehrkameraden.

    Geehrt wurden anschließend die Feuerwehrleute aus Reinbek, die selbst im Katastrophengebiet im Einsatz gewesen waren.

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