Rollende Seepferdchenschmiede im Einsatz

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    Fockbek (pm/rtn) Gestern nachmittag wurde es am Freibad Fockbek erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, das wasserblaue Schwimm- Mobil der DLRG in Schleswig-Holstein!

    Die „rollende Seepferdchenschmiede“ wird ab sofort die Schwimmausbildung im Land direkt vor Ort unterstützen, besetzt mit den Bundesfreiwilligen- Dienstleistenden Jakob König (18) und Henrik Thomsen (20). Die beiden DLRG-Wasserretter sind begeisterte Nachwuchs-Schwimmausbilder und helfen direkt vor Ort – überall dort, wo die personelle Not in der Anfänger-Schwimmausbildung am größten ist.

    Zu tun gibt es genug: Infolge der ausgefallenen Schwimmkurse und ohne Schwimmunterricht an den Schulen während zwei Jahren Corona-Pandemie können rund 50.000 Kinder im Grundschulalter in Schleswig-Holstein nicht schwimmen. Mit dem Schwimm-Mobil – einem entsprechend gestalteten und ausgestatteten Wohnmobil – unterstützen Jakob König und Henrik Thomsen im Rahmen von Projektwochen und Kompaktkursen das Ausbildungspersonal von DLRG-Gliederungen oder Schulen dabei, den großen Nachholbedarf in der Anfänger- Schwimmausbildung nach und nach zu bewältigen.

    „Es ist toll, unmittelbar ein Feedback für seine Arbeit zu kriegen“, schildern die beiden Wasserretter ihre Motivation, in den kommenden Monaten als BFD-ler mit dem Schwimm-Mobil von Schwimmprojekt zu Schwimmprojekt durchs Land zu fahren. „Wenn man mit einem Kind auf dem Dreimeterbrett steht und zweimal traut es sich nicht und beim dritten Mal springt es dann. Das ist schön, die Fortschritte der Kinder so direkt mitzubekommen.“

    Ermöglicht wird das innovative Projekt durch die großzügige Unterstützung der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), die neben Ausstattung und Betriebskosten des Schwimm-Mobils auch die Ausbildungskosten der Bundesfreiwilligen zu geprüften Schwimmausbildern im Rahmen ihres Bundesfreiwilligenjahres übernimmt.

    Den Hintergrund für die Initiative formulierte der Vorstandsvorsitzenden der IB.SH, Erk Westermann-Lammers bei der Präsentation des Schwimm- Mobils im Freibad Fockbek so: „Gemeinsam mit der DLRG haben wir im vergangenen Jahr die Initiative IB.SH-Schwimmstarter auf den Weg gebracht. Mit dem Schwimm-Mobil kann die DLRG nun flexibel vor Ort bei der Schwimmausbildung unterstützen. Damit kommen wir dem Ziel, dass jedes Kind in Schleswig-Holstein schwimmen lernen kann, wieder ein gutes Stück näher.“

    Felix Heymann, Vizepräsident des DLRG-Lanesverbandes Schleswig-Holstein und Schwimm- Mobil-Projektleiter, dankte Erk Westermann-Lammers für das Engagement der IB.SH und wies darauf hin, wie wichtig es für das Gelingen des Projektes sei, dass ausreichend Wasserflächen im Land zur Verfügung stehen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der beginnenden Diskussionen um eine mögliche Energieknappheit in den Herbst- und Wintermonaten.

    Großer Dank ging außerdem an Heiko Bröcker, Geschäftsführer der Caravan-Welt Nord GmbH in Bönningstedt, für die Überlassung eines funkelnagelneuen Campingmobils für dieses Projekt.

    Den Rahmen für die Präsentation des Schwimm-Mobils bildete die DLRG Fockbek e.V. mit den Schwimmkindern und Ausbilder*innen eines aktuellen zusätzlichen Anfängerschwimmkurses im Zuge der Initiative „Schleswig-Holstein lernt schwimmen 2.0“.

    Ihren ersten Einsatz absolvierten Jakob König und Henrik Thomsen mit dem Schwimm-Mobil in den vergangenen zwei Wochen bei der Ferienschwimmschule im Naturerlebnisbad Büdelsdorf. Dort absolvierten in Zusammenarbeit mit der DSLRG Büdelsdorf und dem DLRG-Landesverband Schleswig-Holstein 120 Kinder einen Anfänger-Schwimmkurs. 120 weitere stolze „Seepferdchen“, auf dem besten Weg zu sicheren Schwimmer*innen, was im „Land zwischen den Meeren“ eine besondere Bedeutung hat.

    Aktuell ist das Schwimm-Mobil für zeitlich begrenzte Projekt-Schwimmkurse der DLRG- Ortsgruppen im Land sowie für Schwimm-Projektwochen an Schulen einsetzbar. „Uns liegen bereits zahlreiche Anfragen vor“, berichtet DLRG-Landesgeschäftsführer Thies O. Wolfhagen.

    Bei Interesse können sich Schulen und DLRG-Ortsgruppen, aber auch Bäderbetriebe direkt an den Landesverband wenden. „Wir bemühen uns dann gemeinsam mit den Veranstaltern der Schwimmprojekte, ein geeignetes Schwimmbad in der Nähe zu finden sowie solche Projekte gemeinsam mit den Partnern organisatorisch auf die Beine zu stellen“, so Wolfhagen weiter. Quelle und Fotos: DLRG SH e.V.

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