Update zur Hochwasserlage am 25.07.2021

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    (rtn) Zum Stand der Hochwasserlage und dem Einsatz der Rettungskräfte informiert am Sonntag der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein im Auftrag des mobilen Führungsstabes. Quelle und Text nur unter Angabe der Angabe: Quelle LFV SH

    Am heutigen Sonntag wird das erste Einsatzkontingent aus
    Schleswig-Holstein sukzessive gegen neue Kräfte ausgetauscht. Die ersten
    Einheiten hatten sich bereits am gestrigen Samstag auf den Weg nach Ahrweiler
    gemacht, wo der Mobile Führungsstab Schleswig-Holstein aktuell einen eigenen
    Einsatzabschnitt eigen-verantwortlich bearbeitet.

    Am frühen Sonntagmorgen kamen erste Einheiten im Einsatzgebiet an. Aktuell werden die neuen Kräfte eingewiesen. Auch die Stabsleitung wechselt jetzt. Neuer Einsatzleiter ist
    jetzt Thomas Köstler, Amtsleiter der BF Lübeck. Er löst Marc Kutyniok
    (Berufsfeuerwehr Neumünster) ab.

    „Durch die Ankunft der Teilkontingente in etwa zweistündigen Abständen stellen wir sicher, dass die Übergabe des Materials Schritt für Schritt und geordnet erfolgen kann. Ziel ist es, dass die frischen Kräfte zum Ende des Tages komplett übernommen haben und an den Start gehen können“, sagt Martin Guttchen (Berufsfeuerwehr Kiel) vom Mobilen Führungsstab SH.

    Derweil sind inzwischen sechs Todesopfer unter den Feuerwehrangehörigen zu
    beklagen. In der Woche kam eine 19jährige Feuerwehrfrau aus der
    Verbandsgemeinde Adenau (Rheinland-Pfalz) im Einsatz ums Leben. „Wir sind
    erschüttert und fühlen mit allen Angehörigen und den Feuerwehrkameradinnen und
    -kameraden der betroffenen Feuerwehr“, so Schleswig-Holsteins Landesbrandmeister
    Frank Homrich.

    Der gestern angekündigte Einsatz an einer Tiefgarage im Zentrum von Ahrweiler,
    bei dem zu befürchten stand, dass man noch weitere Verunglückte findet, ging zum
    Glück gut aus. Mit massiven Kapazitäten an Tauchpumpen haben Feuerwehr und THW
    versucht, die Anlage leer zu pumpen. Das gelang aufgrund der Größe der Garage
    nur zum Teil. Es stellte sich dann aber heraus, dass eine Werkfeuerwehr diese
    Anlage bereits vor einigen Tagen geleert und keine Opfer gefunden hatte.
    Nachdrückendes Grundwasser ließ die Tiefgarage dann wieder volllaufen.

    Ein großes Aufgabenfeld ist nach wie vor die Versorgung der Bevölkerung mit
    Frischwasser. Dafür sind die Dekon-P-Einheiten zuständig. Björn Broers vom
    Löschzug Gefahrgut des Kreises Segeberg ist dort tätig. „Alle hier eingesetzten
    LZ-G verstehen sich als eine Einheit und leben das auch so“, beschreibt er den
    Teamgeist.

    „Alle vier Dekon-P sollten schnellstmöglich echtes Trinkwasser und kein
    Brauchwasser in das Einsatzgebiet bringen. Wir sind dann nach Schuld gefahren
    und ha-ben dort das Wasser in bereitstehende Behälter umgefüllt“, so Broers.
    „Die Bilder, die man überall sieht, sind schon krass, aber live ist das Ausmaß
    der Zerstörung unvorstellbar.“

    Beeindruckt zeigen sich die Kräfte von der Hilfsbereitschaft der Bürger. „In
    Adenau kam eine Bürgerin auf uns zu und fragt wie viele wir sind und kam wenig
    später mit einer Tüte vom Bäcker und schenkt uns allen ein Nusshörnchen und
    bedankt sich zehnmal dafür, dass wir da sind.“

    Ein gleiches Bild wird aus dem Bereitstellungsaum Windhagen berichtet, wo man eigentlich gar nicht betroffen ist. Aber auch dort bringen die Bürger Kuchen und fragen, wie sie helfen können. Das geht so weit, dass dem Instandsetzungszug des THW dringende Ersatzteile
    beschafft werden oder eine große LKW-Waschstraße spontan dauerhaft zur Verfügung
    gestellt wird.

    Mit einem vollgelaufenen Keller in einer Grundschule hatten es andere Feuerwehr-
    und THW-Kräfte in Bad Neuenahr zu tun. Dort stand ein Wasser-Öl-Gemisch bis zur
    Decke, da die Heizöltanks ausliefen. Als dieses abgepumpt war, versuchten die
    Kräfte zu retten was ging. Nachdem man vorsorglich Gasmessungen durchgeführt
    hatte, wurde der Keller von Hand – teils mit Menschenkette – geleert.

    „Möbel, Bücher, Akten wurden durch Schlamm und Wasser zerstört“, berichtet Boris
    Wischow von der Freiwilligen Feuerwehr Nortorf. Es war ein kräftezehrender
    Einsatz, zumal der getrocknete Schlamm steinhart wurde. Bei den hohen
    Temperaturen wurde aus hygienischen Gründen in kompletter Schutzausrüstung und
    mit FFP2-Maske gear-beitet. „Dazu kam die stickige Luft.“, so Wischow. Eine
    Dekon-Gruppe einer Werkfeuerwehr unterstützte später bei der Grobreinigung von
    Schutzkleidung und Gerät.

    Für Wischow und seine Truppe wirkt der Einsatz nach: „Wir haben Trümmerfelder
    gesehen und bisher nie gekannte Zerstörungen. Erschwert wurden die Zufahrten
    auch durch massives Verkehrsaufkommen. Mittlerweile wurde in dem Gebiet ein
    Fahrverbot für den Individualverkehr erlassen. „Wir haben aber eine gute Arbeit
    gemacht und sind stolz auf das Erreichte. Aber nun freuen wir uns auch wieder
    auf Zuhause“, so Wischow.

    Dem stimmt auch Jürgen Greiwing (Freiwilligen Feuerwehr Flintbek) zu: „Wenn man
    Dank der Bevölkerung spürt – das ist ein befriedigendes Gefühl und bringt die
    Bestätigung, dass wir hier das Richtige getan haben. Wir sind stolz.“

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