Warnung vor brüchigem Eis

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    (rtn) Trotz der anhaltend frostigen Temperaturen sind die Gewässer in Stormarn, Ostholstein und dem Herzogtum Lauenburg aktuell nicht tragfähig, deshalb der dringende Rat der Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS Süd) in Bad Oldesloe: „Gehen Sie nicht auf das Eis!“

    Auch der Landesfeuerverband Schleswig-Holstein rät: Betreten Sie nur Flächen, die freigegeben wurden! Besonders Kinder lassen sich von den glitzernden Eisflächen zu unvorsichtigem Verhalten verleiten. Insbesondere an Brücken, Steganlagen, Einleitstellen oder wo Pflanzen ins Wasser ragen, trägt die entstandene Eisdecke keine Personen – und oft auch keine Tiere!

    Angesichts der winterlichen Temperaturen warnt die DRK-Wasserwacht Schleswig-Holstein ausdrücklich vor dem Betreten von Eisflächen. „Wer in diesen Tagen zugefrorene Seeflächen oder Flüsse betritt, spielt mit seinem Leben“, warnt der Landesreferent der Wasserwacht, Axel Rasch aus dem DRK-Landesverband Schleswig-Holstein. Jüngstes Beispiel ist die dramatische Rettungsaktion eines 71jährigen in Mecklenburg-Vorpommern, der am vergangenen Freitag glücklicherweise lebend geborgen werden konnte. „Wenige Tage Frost reichen nicht aus, um eine durchweg tragfähige Eisdecke zu bilden“, so Rasch. Die Eisstärke, ihre Beschaffenheit und somit die Tragfähigkeit können stark schwanken und sich selbst in einem kleinen Umkreis enorm verändern. „Deshalb ist es trügerisch, sich darauf zu verlassen, dass das Eis schon halten wird“, betont Rasch.

    Und wenn das Eis erst bricht, bleibe nur wenig Zeit, um einen Menschen zu retten. „Im kalten Wasser kann sich ein Mensch in der Regel nur wenige Minuten am Leben halten. Schnell lassen die Kräfte nach und man ist zu stark geschwächt, um sich über Wasser halten zu können. Wer ins Eis einbricht, verliert bei den niedrigen Wassertemperaturen schnell das Bewusstsein und läuft so Gefahr zu ertrinken“, erläutert der Landesreferent. Vor dem Betreten von Gewässern sei daher äußerste Vorsicht geboten und man sollte sich vorab informieren bei den zuständigen Behörden ob die Gewässer freigegeben sind. Im Notfall rät Rasch: “Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und in Bauchlage ruhig in Richtung Ufer bewegen bzw. robben. Wer einen solchen Vorfall beobachtet und Hilfe leisten möchte, sollte unbedingt den Selbstschutz beachten und sich nicht unnötig in Gefahr begeben. In jedem Fall zu allererst den Notruf über die 112 absetzen!“

    Die DRK-Wasserwachten in Schleswig-Holstein rüsten sich daher auch auf ungewöhnliche Rettungseinsätze für die Eisrettung in den kommenden Wochen. Die DRK Wasserwacht Segeberg hat bereits am vergangenen Wochenende mit Einsatzmitteln wie beispielsweise Rettungsschlitten und Spineboard für den Ernstfall geübt.

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